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Wo ist bloß die Vorsehung hin?

Eine Kritik an der "Biblischen Glaubenslehre" von Jacob Thiessen

Immer wenn ich ein sys­te­ma­ti­sches The­ma aus men­no­ni­tisch-evan­ge­li­ka­ler Sicht betrach­ten möch­te, grei­fe ich zur  Bibli­schen Glau­bens­leh­re von Thies­sen. Kein Wun­der, ist doch die­ses Buch Pflicht­lek­tü­re auf dem Lai­en-Pre­di­ger Semi­nar einer recht gro­ßen evan­ge­li­ka­len Ver­ei­ni­gung (Stich­wort: Frie­dens­stim­me). So muss­te auch ich zu die­sem Werk grei­fen und (obwohl die Lai­en­kur­se eini­ge Jah­re her sind) erschüt­tert mich ein bestimm­ter Punkt an die­sem Werk in beson­de­rer Wei­se. Tat­säch­lich fin­de ich zahl­rei­che pro­ble­ma­ti­sche Punk­te in Thies­sens Sys­te­ma­tik, ob nun die ohne Bespre­chung ein­fach über­nom­me­ne Tri­cho­to­mie des Men­schen oder die doch aben­teu­er­li­chen Spe­ku­la­tio­nen über die End­zeit. Doch die­se Punk­te ver­blas­sen, wenn man rea­li­siert, dass der Autor ein­fach dar­auf ver­zich­tet, über Got­tes Vor­se­hung zu reden.

Egal wie ich die Sache dre­he und betrach­te, ich kann mir ein­fach kei­nen Reim dar­über machen, wie Thies­sen in sei­ner Glau­bens­leh­re einen der­art wich­ti­gen Lehr­punkt wie die „Leh­re von der Vor­se­hung“ über­se­hen konn­te (Eine Defi­ni­ti­on von „Vor­se­hung“ fin­det sich in einem Essay von Paul Helm). Wei­ter­le­sen

„Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur“

Im Gespräch mit Leland Ryken

Leland Ryken ist Pro­fes­sor Emi­ri­tus am Whea­ton Col­le­ge. Er ist Exper­te für Mil­ton, Puri­ta­ner und bri­ti­sche Lite­ra­tur. Er ist Autor zahl­rei­cher Wer­ke über das Stu­di­um klas­si­scher Lite­ra­tur aus christ­li­cher Per­spek­ti­ve und arbei­te­te an der Eng­lish Stan­dard Ver­si­on, einer eng­li­schen Bibel­über­set­zung mit. Bekannt ist er zudem als Lieb­ha­ber von Lewis, wie auch als Bio­graph von J.I.Packer. Pro­fes­sor Ryken hat sich freund­li­cher­wei­se bereit erklärt, unse­re Fra­gen aus­führ­lich zu beant­wor­ten.

  1. Wann begann Ihre Lei­den­schaft für Lite­ra­tur?

Mei­ne Lei­den­schaft für Lite­ra­tur begann in der Kind­heit. Ich kom­me aus einer sehr ein­fa­chen Bau­ern­fa­mi­lie mit nie­der­län­di­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Kei­ner mei­ner Eltern hat die Grund­schu­le been­den kön­nen, weil sie auf dem Hof arbei­ten muss­ten. In mei­nen ers­ten Lebens­jah­ren waren Fern­se­her noch nicht üblich. Lesen war das ein­zi­ge Ver­gnü­gen und mei­ne Eltern und mei­ne älte­re Schwes­ter waren lei­den­schaft­li­che Leser, so dass ich ein­fach ihrem Bei­spiel folg­te. Bezüg­lich mei­ner nun fünf­zig­jäh­ri­gen Lauf­bahn als Lite­ra­turdo­zent wur­de ich ein­fach in die­se Rich­tung gezo­gen, weil mei­ne Schwes­ter geplant hat, Eng­lisch­leh­re­rin an einer High School zu wer­den. Ich kann mich nicht erin­nern, mich bewusst für eine Beru­fung ent­schie­den zu haben; es ent­wi­ckel­te sich ein­fach so, wie die gött­li­che Vor­se­hung mein Leben gestal­te­te.

  1. Wie kann ein Christ von Lite­ra­tur pro­fi­tie­ren?

Ich unter­tei­le die­ses The­ma übli­cher­wei­se in drei Tei­le, basie­rend auf der drei­fa­chen Auf­ga­be eines Schrift­stel­lers. Die ers­te Auf­ga­be ist die Auf­zeich­nung oder Dar­stel­lung mensch­li­cher Erfah­rung. Das The­ma der Lite­ra­tur ist mensch­li­che Erfah­rung und die Wahr­heit, die Lite­ra­tur auf die­ser Ebe­ne ver­mit­telt, ist Lebens­wirk­lich­keit. Lite­ra­tur als Gan­zes ist das Zeug­nis der Mensch­heit über ihre eige­ne Erfah­rung. Ein prak­ti­scher Vor­teil, Lite­ra­tur zu lesen, ist, dass wir dazu geführt wer­den, mensch­li­che Erfah­rung zu betrach­ten. Wäh­rend wir die­se Erfah­rung auf die­se Wei­se betrach­ten, fan­gen wir an, sie kla­rer zu erken­nen. Ich bezeich­ne es als Wis­sen in Form von rich­ti­gem Erken­nen.

Zwei­tens zeich­nen Schrift­stel­ler mensch­li­che Erfah­rung nicht nur auf, son­dern bie­ten auch Inter­pre­ta­tio­nen der­sel­ben an. Das Ergeb­nis ist, dass Lite­ra­tur Ide­en oder The­men plas­tisch wer­den lässt. Die­se Ide­en kön­nen ent­we­der rich­tig oder falsch sein, somit müs­sen wir uns mit den Wahr­heits­an­sprü­chen in einem Lite­ra­tur­werk aus­ein­an­der­set­zen. Selbst wenn ein bestimm­tes lite­ra­ri­sches Werk der Wahr­heit, wie sie der christ­li­che Glau­be ver­tritt, nicht gerecht wird, ist der Pro­zess der Abwä­gung des Wahr­heits­an­spruchs eines Wer­kes selbst ein Antrieb für unser eige­nes Nach­den­ken über die Ide­en, die uns vor­ge­legt wer­den.

Die drit­te Auf­ga­be des Autors ist die Erschaf­fung von lite­ra­ri­scher Form, Schön­heit und Tech­nik zu unse­rer Freu­de und Bewun­de­rung zu kre­ieren. Gott will, dass wir Schön­heit in unse­rem Leben haben. Wir müs­sen gute Ver­wal­ter sowohl unse­rer Frei­zeit als auch unse­rer Arbeit sein.  Die Frei­zeit kann eine Wachs­tums­zeit für den mensch­li­chen Geist sein und das Lesen von Lite­ra­tur bie­tet dafür gute Mög­lich­kei­ten.

  1. Sie sind in beson­de­rer Wei­se von den Puri­ta­nern ein­ge­nom­men. War­um?

Ich wur­de durch mei­ne lite­ra­ri­sche Lauf­bahn zu einem Ken­ner der Puri­ta­ner. Mein Spe­zi­al­ge­biet in mei­nem Beruf als Lite­ra­tur­pro­fes­sor ist die Lyrik von John Mil­ton, dem Autor des Epos „Para­di­se Lost“. Mil­ton war Puri­ta­ner. Damit war der Grund­stein für mei­ne schrift­stel­le­ri­sche Kar­rie­re gelegt. Eine Ver­öf­fent­li­chung über die Puri­ta­ner führ­te zur nächs­ten. Dann ver­an­lass­te mich Gott, in gro­ßen Dimen­sio­nen zu den­ken und so schrieb ich ein gan­zes Buch über die Puri­ta­ner.  Es wur­de unter dem Titel World­ly Saints: The Puri­tans as They Real­ly Were[1] ver­öf­fent­licht. Als sich der Kreis schloss, wand­te ich mein Wis­sen über die Puri­ta­ner wie­der auf Mil­ton an und wur­de zu einem Spe­zia­lis­ten der puri­ta­ni­schen Aspek­te sei­ner Poe­sie, ins­be­son­de­re der Sonet­te.

  1. Wie haben Sie von C.S. Lewis pro­fi­tiert?

A Reader's Guide to Caspian: A Journey into C. S. Lewis's Narnia (English Edition) von [Leland Ryken, Marjorie Lamp Mead]Ich möch­te mei­ne Ant­wort mit der Bemer­kung ein­lei­ten, dass ich bei der Zusam­men­stel­lung der Ver­zeich­nis­se mei­ner Bücher über Lite­ra­tur aus christ­li­cher Per­spek­ti­ve fest­stel­le, dass es für C. S. Lewis mehr Ein­trä­ge gibt als für jeden ande­ren Autor.  Manch­mal, wenn ich vor einer Klas­se ste­he und im Begriff bin, C. S. Lewis zu zitie­ren, fra­ge ich: „Wer sag­te das?“. Die Stan­dard­ant­wort lau­tet dann: „C. S. Lewis“.  C. S. Lewis hat ein­fach so vie­le gute Din­ge über Lite­ra­tur und das christ­li­che Leben gesagt und er hat sie so gut gesagt, dass es nur natür­lich ist, sich stän­dig auf ihn zu beru­fen.  Es war in mei­nem Leben eine Fügung der Vor­se­hung, dass mir genau die rich­ti­gen Lewis-Bücher und ‑Essays genau zur rich­ti­gen Zeit vor­la­gen.

  1. Sie haben eine Bio­gra­phie über J.I. Packer geschrie­ben. (1) War­um haben Sie gera­de ihn gewählt? (2) Was kann die heu­ti­ge Kir­che von ihm ler­nen?

Die Ant­wort auf Ihre zwei­te Fra­ge, was Chris­ten von Packer ler­nen kön­nen, ist die glei­che wie die, die ich gera­de über C. S. Lewis gesagt habe, näm­lich, dass er in vie­len christ­li­chen Fra­gen das Rich­ti­ge gesagt hat und zwar mit unge­wöhn­li­cher Klar­heit.

Mei­ne ers­te Begeg­nung mit J. I. Packer kam zustan­de, als ich als Teen­ager in einen christ­li­chen Buch­la­den in mei­ner Hei­mat­stadt ging (ich leb­te tat­säch­lich auf einem Bau­ern­hof fünf Mei­len von der Stadt ent­fernt) und durch Got­tes Vor­se­hung ver­an­lasst wur­de, ein Taschen­buch­ex­em­plar von dem zu kau­fen, was, wie ich spä­ter erfuhr, Packers ers­tes ver­öf­fent­lich­tes Buch war.  Es trug den Titel Fun­da­men­ta­lism and the Word of God[2]. Bis zum heu­ti­gen Tag hal­te ich es für eines der fünf ein­fluss­reichs­ten Bücher in mei­nem Leben. Jah­re spä­ter, als ich mit mei­nem Buch über die Puri­ta­ner zum Abschluss kam, schrieb The ESV and the English Bible Legacy (English Edition) von [Leland Ryken]ich an Packer und bat ihn, ein Vor­wort dafür zu schrei­ben.  Zu mei­nem Erstau­nen stimm­te er zu. Viel spä­ter arbei­te­te ich mit Packer im Über­set­zungs­ko­mi­tee der Eng­lisch Stan­dard Ver­si­on (ESV) mit. Als ich mit Packer zwei Tage damit ver­brach­te, die Noti­zen durch­zu­ge­hen, die er zur Manu­skript­ver­si­on mei­ner Bio­gra­fie über ihn geschrie­ben hat­te, kann­te ich ihn bereits per­sön­lich und durch sei­ne Schrif­ten.

  1. Was ist in Ihren Augen der Haupt­man­gel zeit­ge­nös­si­scher Lite­ra­tur?

Es gibt zahl­rei­che Pro­ble­me mit der zeit­ge­nös­si­schen Lite­ra­tur. Vie­les davon ist zu ver­wir­rend, als dass sie gelin­gen könn­te. Gleich­zei­tig ist vie­les davon pro­pa­gan­dis­tisch und erman­gelt an künst­le­ri­schem Kön­nen. Fast alle gegen­wär­ti­ge Lite­ra­tur ist ein anhal­ten­der Angriff auf die christ­li­che Moral und den christ­li­chen Glau­ben. Wenn wir Fil­me, visu­el­le Medi­en und die Kate­go­rie der Pop­kul­tur dar­un­ter ein­schlie­ßen, wer­de ich nicht zögern zu sagen, dass ich die meis­ten gegen­wär­ti­gen Wer­ke für bil­lig und geschmack­los hal­te.

  1. War­um gibt es heut­zu­ta­ge so wenig krea­ti­ve Lite­ra­tur von Evan­ge­li­ka­len?

Es gibt kei­nen Man­gel an Lite­ra­tur, die von Evan­ge­li­ka­len ver­fasst wird, aber die Ver­lags­land­schaft ist so breit gefä­chert und viel­fäl­tig, dass es für ein­zel­ne Wer­ke schwie­rig ist, eine Posi­ti­on der Sicht­bar­keit und Akzep­tanz zu errei­chen. Es ist auch wahr, dass wenig aktu­el­le christ­li­che Lite­ra­tur mit den gro­ßen Wer­ken der Ver­gan­gen­heit mit­hal­ten kann. Das ist ein guter Anlass, Lite­ra­tur der Ver­gan­gen­heit nach Her­zens­lust zu lesen.


Down­load der Ant­wor­ten im Eng­li­schen.

[1] Zu deutsch etwa: Welt­li­che Hei­li­ge – Wie die Puri­ta­ner wirk­lich waren.

[2] Zu deut­sche etwa: Fun­da­men­ta­lis­mus und das Wort Got­tes

Die Heilige Dreieinigkeit

The Holy Trinity von Robert Letham

The Holy Trinity: In Scripture, History, Theology, and Worship (English Edition) von [Robert Letham]Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Model das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend­ei­ner Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu, der nicht in irgend­ei­ner Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de. Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Model endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die Drei­ei­nig­keit das typisch christ­li­che Ele­ment unse­rer Got­tes­leh­re ist (z.B. im Ver­gleich zum Juden­tum, nicht nur zum Islam) wird in der Anbe­tung viel zu sel­ten aus­ge­ar­bei­tet. Mir ist es gera­de­zu pein­lich, wie vie­le Jah­re ich die alten Damen in der Gemein­de, die ihre Gebe­te mit „im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes“ been­de­ten, mit schrä­gen Bli­cken anblick­te, im Ver­dacht, es wäre noch ein Rest­ka­tho­li­zis­mus in ihrer Pie­tät ent­hal­ten. Zuneh­mend muss­te ich ein­ge­ste­hen, wie Ana­lo­gi­en in der Erklä­rung der Drei­ei­nig­keit im bes­ten Fall als kind­lich miss­lun­gen zu gel­ten sind. Man den­ke an das Model des Was­sers: So wie Was­ser drei For­men besitzt (Eis, Dampf, Flüs­sig) und doch immer Was­ser bleibt, wäre es auch mit Gott. Doch die­ses Model hat mehr Ähn­lich­keit mit etwas, das die Kir­che als Irr­leh­re des Moda­lis­mus (von Modus, Modi) zur Sei­te getan hat: Die ver­schie­de­nen Per­so­nen der Drei­ei­nig­keit sind dann nur „Modi“ oder Erschei­nungs­for­men der einen Per­son. Die Unter­schie­de der Per­so­nen ver­schwim­men und ver­schwin­den so. Gleich­zei­tig wuchs zuneh­mend die Her­aus­for­de­rung an die Kin­der ein bibli­sches Got­tes­bild zu ver­mit­teln. Wer ist der Gott, auf des­sen Wort wir hören, dem wir fol­gen, den wir anbe­ten? Ein zu gro­ßes Ver­mei­den über das The­ma Drei­ei­nig­keit nach­zu­den­ken, kann man auch kaum gut hei­ßen. Es klingt zu sehr nach: „Was redest du da über Gott, ich will ein­fach wis­sen wie ich in den Him­mel kom­me“. Kön­nen wir dann als gleich­gül­ti­ge Göt­zen­an­be­ter die Recht­fer­ti­gung aus Gna­den über­haupt bean­spru­chen? Viel­leicht spielt die Drei­ei­nig­keit in unse­rem Leben des­we­gen eine solch gerin­ge Rol­le, weil wir so wenig Zeit im Gebet ver­brin­gen oder unse­re Gebe­te eher dem Vor­tra­gen von Wunsch­lis­ten ähneln. Wei­ter­le­sen

Fünf Finger zeigen zum Himmel

Ein Buch von Cornelius Sonnevelt

Sonnevelt: Fünf Finger zeigen zum Himmel - Sola Gratia MedienSeit Jahr­hun­der­ten tobt er, tau­sen­de von Sei­ten sind über ihn geschrie­ben und er war, ist und wird ein Dau­er­bren­ner unter Chris­ten blei­ben: Got­tes sou­ve­rä­ne Gna­den­wahl. Pfar­rer Cor­ne­li­us Son­ne­velt ist es in sei­nem Büch­lein „Fünf Fin­ger zei­gen zum Him­mel“ gelun­gen, klar und ein­fach die Tat­sa­chen der Bibel zu die­sem The­ma auf den Punkt zu brin­gen.

Sonn­ne­velt behan­delt das soge­nann­te TULIP, die fünf zen­tra­len Punk­te des Cal­vi­nis­mus, und stellt die Leh­re von der frei­en und sou­ve­rä­nen Gna­de in kom­pri­mier­ter Form vor. Dies ist umso wich­ti­ger, denn „gera­de auch heu­te wird die bibli­sche Sicht über das sou­ve­rä­ne Heils­wir­ken Got­tes nicht gern gehört, sogar von Tei­len der evan­ge­li­schen Chris­ten­heit offen negiert“.

Die Aus­füh­run­gen des Autoren sind anschau­lich, anspre­chend und vor allem ver­ständ­lich. Er argu­men­tiert immer aus­ge­hend von kla­ren Bibel­stel­len und scheut sich nicht, auch kri­ti­sche Anfra­gen an das „Lehr­sys­tem“ zuzu­las­sen. Ange­nehm emp­fand der Rezen­sent den Ton­fall, da er zwar bestim­mend, aber nicht ankla­gend oder ver­let­zen gegen­über ande­ren Sicht­wei­sen ist… Wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de

„Nicht den Gegenstand, der mir zum Falle wurde, nein, den Fall selbst liebte ich“

Augustinus berichtet über den Raub von Nachbars Birnen

Auf die­sen Aus­zug aus den Bekennt­nis­sen von Augus­ti­nus bin ich durch eine sehr gelun­gen Pre­digt von Paul Koch aus der St. Mar­ti­ni Kir­che in Bre­men auf­merk­sam gewor­den. Die­ser Text fin­det sich im Vier­ten Kapi­tel des zwei­ten Buches. Die deut­sche Über­set­zung der Con­fes­sio­nes  fin­det man lizenz­frei im Inter­net.

„Bekannt ist, dass dein Gesetz, o Herr, den Dieb­stahl bestraft, und zwar sogar das in die Her­zen der Men­schen ein­ge­gra­be­ne Natur­ge­setz, das nicht ein­mal ihre Bos­heit aus­zu­lö­schen ver­mag. Denn wel­cher Dieb ertrü­ge, auch wenn er begü­tert ist, gleich­mü­tig den Dieb­stahl eines, den Not dazu treibt? Ich aber woll­te einen Dieb­stahl bege­hen und habe ihn auch began­gen, nicht durch irgend­wel­che Not­wen­dig­keit ver­an­lasst: an Gerech­tig­keit fehl­te es mir, ja ich hat­te Ekel vor ihr, und vor Bos­heit erstick­te ich. Denn ich stahl, was ich im Über­fluß, ja noch viel bes­ser besaß. Auch woll­te ich nicht, was der Dieb­stahl mir ver­schaff­te, genie­ßen, son­dern den Dieb­stahl selbst und die Sün­de.

Nahe unserm Wein­berg stand ein Birn­baum mit zwar zahl­rei­chen, jedoch häß­li­chen und unschmack­haf­ten Früch­ten. Die­se abzu­schüt­teln und hin­weg­zu­schlep­pen, mach­ten wir jun­gen Leu­te uns ohne Scham- und Ehr­ge­fühl bei tie­fer Nacht auf — so lan­ge hat­ten wir unser ver­derb­li­ches Spiel auf dem Plat­ze getrie­ben — und tru­gen gewal­ti­ge Las­ten von dort hin­weg, nicht um sie zu essen, son­dern um sie den Schwei­nen vor­zu­wer­fen. Und wenn wir auch eine Klei­nig­keit davon aßen, so geschah es nur des­halb, weil wir damit etwas Uner­laub­tes tun konn­ten.

Sieh mein Herz, o mein Gott, sieh mein Herz, des­sen du dich erbarmt hast in der Tie­fe sei­ner Bos­heit. Sieh, mein Herz soll dir nun sagen, was es dort such­te, dass ich näm­lich ohne jeden Grund böse und mei­ner Bos­heit Grund nur die Bos­heit selbst war. Abscheu­lich war sie, und trotz­dem lieb­te ich sie, lieb­te mein Ver­der­ben, lieb­te mei­nen Fehl­tritt.; als ich in der Ver­wor­fen­heit mei­nes Gemü­tes. mich von dei­ner Grund­fes­te ins Ver­der­ben stürz­te, da begehr­te ich nicht schimpf­lich irgend­ei­nen Gegen­stand, son­dern die Schan­de selbst.“

Augus­ti­nus, der auch sei­ne sexu­el­len Aus­schwei­fun­gen vor sei­ner Bekeh­rung bereut, wählt doch gera­de ein Ereig­nis sei­ner Kind­heit als Gene­ra­lex­em­pel für sei­ne abgrund­tief böse Ver­an­la­gung. Tru­e­man weist in Grace Alo­ne  (S. 58, eige­ne Über­set­zung) zurecht dar­auf hin, dass, „die­se Pas­sa­ge eine wun­der­schö­ne Ver­ei­ni­gung aus Erzäh­lung und Theo­lo­gie ist. Die tri­via­len Details der Erzäh­lung zie­hen den Leser in die Bege­ben­heit hin­ein, ganz sub­til aber auch per­sön­lich. Hät­te Augus­ti­nus ein Schwer­ver­bre­chen, z.B. einen Mord, einen Raub­über­fall oder einen Staats­ver­rat, wäre der Leser wohl scho­ckiert, wür­de sich aber kaum mit dem Prot­ago­nis­ten iden­ti­fi­zie­ren. Nur weni­ge Leser hät­ten Erfah­rung gehabt sol­che Ver­bre­chen zu bege­hen noch das Ver­lan­gen gespürt so etwas zu tun. Doch die Hand­lung eines kind­li­chen Dieb­stahls ist die Art von Sün­de, die jedes Kind ent­we­der began­gen hat oder ver­sucht hat. Die Erzäh­lung zieht den Leser in etwas hin­ein, mit der er sich iden­ti­fi­zie­ren kann: Den Dieb­stahl einer Frucht vom Baum des Nach­barn. Wir lesen den Abschnitt und wir erken­nen etwas von uns selbst. Die Erzäh­lung stellt eine theo­lo­gi­sche Fal­le dar.“

 

Allein Gnade!

Zitat aus Carl R. Truemans "Grace Alone"

Carl Tru­e­man hat einen Band zur fünf­bän­di­gen Rei­he „5 Solas Series“ von Her­aus­ge­ber Mat­thew Bar­rett bei­getra­gen. Aktu­ell lässt sich „Grace Alo­ne — Sal­va­ti­on as a Gift of God“ sehr güns­tig als Logos-Buch erwer­ben. Wie kann das Heil gleich­zei­tig allein aus Gna­den und allein aus Glau­ben und allein in der Schrift zu fin­den sein? Ein span­nen­des State­ment dazu habe ich bei Donald Car­son in „Collec­ted Wri­tings on Scrip­tu­re“ gefun­den (im Essay: „Recent Deve­lop­ments in the Doc­tri­ne of Scrip­tu­re“):„Als ich ein Jun­ge war, habe ich mich immer gewun­dert wie die­se drei Aus­sa­gen (sola gra­tia, sola fide und sola scrip­tu­ra) logisch sein kön­nen, wenn jedes für sich einen Allein­sta­tus bean­sprucht, doch im Lau­fe der Zeit lern­te ich, dass die Gna­de der ein­zi­ge Grund für das Heil, der Glau­be das ein­zi­ge Mit­tel des Heils und die Schrift die ein­zi­ge Auto­ri­tät für Glau­ben und Leben ist“. Doch zurück zu Tru­e­man.  Der Autor über­zeugt neben guten Argu­men­ten auch durch eine fei­ne Aus­drucks­wei­se und bild­ge­la­de­ne Spra­che. Ich habe ver­sucht ein etwas län­ge­res Zitat zu über­set­zen:

„Ent­ge­gen bil­li­ger Gefühls­du­se­lei ist die Gna­de Got­tes im Alten Tes­ta­ment viel mehr als eine Marot­te oder sich erge­ben­de Kapi­tu­la­ti­on gegen­über mensch­li­cher Rebel­li­on. Gott igno­riert das Pro­blem der Sün­de nicht und tut nicht so, als exis­tie­re die­se nicht. Er ver­spürt einen hei­li­gen Zorn gegen­über der Sün­de und kann die­se Ableh­nung sei­ner Herr­schaft nicht ein­fach zur Sei­te wischen, als wäre sie nie gesche­hen. Somit eta­bliert Gott unter Mose ein Opfer­sys­tem (…) Die­se Tat­sa­che — das Gott es ist der das Opfer­sys­tem eta­bliert und regu­liert — soll­te nicht über­se­hen wer­den. Sie ist bedeu­tend, weil sie uns lehrt, dass die alt­tes­ta­ment­li­chen Opfer nicht ein Ver­such mensch­li­cher Wesen waren, etwas zu fin­den, dass einen zor­ni­gen Gott beru­hi­gen oder ihm schmei­cheln könn­te. Wei­ter­le­sen

Nicht wie bei Räubers!

vierzehn erste Abenteuer von Tom

Eines mor­gens wacht Tom im Königs­pa­last auf und kann es kaum fas­sen. Ges­tern war er noch Skla­ve einer unbarm­her­zi­gen Räu­ber­ban­de, heu­te aber wird er geba­det, bekommt fri­sche Klei­der und wird herz­lich in die Königs­fa­mi­lie auf­ge­nom­men, ein­schließ­lich Kro­ne. Er wur­de vom Königs­sohn mit dem Blut des­sel­ben frei­ge­kauft. Tom kann sein Glück (und sei­ne Erlö­sung) kaum fas­sen… bis er eine kost­ba­re Spiel­uhr zer­stört! Vol­ler Angst vor einer erbar­mungs­lo­sen Bestra­fung  flieht er aus dem Palast. Doch die Lie­be des könig­li­chen Vaters trägt wei­ter. In die Arme sei­nes Vaters kann sich Tom herz­lich fal­len las­sen. Sei­ne Lie­be und sein Ver­trau­en wach­sen in ihm, auch wenn er wei­ter­hin Fehl­trit­te begeht. Schon bald wird er für eine beson­de­re Mis­si­on aus­ge­rüs­tet: Die Befrei­ung des Räu­ber­dor­fes…

Ich habe schon län­ger nach Mate­ri­al gesucht, dass das The­ma Kind­schaft (Adop­ti­on) kinds­ge­recht ver­ar­bei­tet und habe es in die­sem Buch gefun­den. Sehr behut­sam geht die Autorin damit um, was unse­re Iden­ti­tät in Chris­tus wirk­lich bedeu­tet: Wir sind als Kin­der Got­tes adop­tiert. Nun domi­nie­ren Lie­be und Ver­trau­en unser Ver­hält­nis zu Gott. The­men wie die Not­wen­dig­keit des Gebets und der Hei­li­gung erklärt die Autorin ähn­lich illus­tra­tiv und ein­präg­sam. Aus dem Vor­le­sen des Buches zur Guten Nacht erga­ben sich mit mei­ner ältes­ten Toch­ter immer wie­der frucht­ba­re Gesprä­che.

Das Buch mit schwarz­weiß Illus­tra­tio­nen lässt sich für 9,90EUR bei Amazon.de erwer­ben. Ich bin schon gespannt auf die zahl­rei­chen Fort­set­zungs­bän­de.

Vom Glück, selbstlos zu leben

Ein kurzes Büchlein von Timothy Keller

Im kon­ser­va­ti­ven Milie­au ließt man Kel­ler natür­lich nur heim­lich. Jeder weiß dabei wohl wis­sent­lich, dass man „mit die­sem Pre­di­ger auf­pas­sen müs­se“. Man habe das ja in einem Arti­kel von Beta­ni­en gele­sen. Falls man jetzt denkt, dass das kei­ne sinn­vol­le Rezen­si­ons­ein­lei­tung ist; — auf­ge­passt! Ich erzäh­le regel­mä­ßig davon, dass ich Kel­lers Pre­dig­ten ger­ne höre und die Reak­ti­on von einem ganz bestimm­ten Typus Gesprächs­part­ner ist dabei immer iden­tisch (und so banal vor­her­sag­bar): „Was, Kel­ler? Ich habe da mal einen Arti­kel von Beta­ni­en gele­sen…“ Ich glau­be ich habe die­se Reak­ti­on schon ca. ein hal­bes Dut­zend mal erlebt. Ursprüng­lich ver­such­te ich zu argu­men­tie­ren, war­um ich Kel­ler den­noch für einen hilf­rei­chen Pre­di­ger und Autor hal­te, aber ich habe fest­ge­stellt, das sich die­se Ein­wän­de viel ein­fa­cher und ziel­füh­ren­der ent­kräf­ten las­sen, näm­lich durch die Fra­ge: „Was waren die genann­ten Ein­wän­de?“ Sie­he da! Kei­ner konn­te die­se wirk­lich nen­nen. Ich den­ke an die­ser Stel­le wird wirk­lich ein Pro­blem sicht­bar. Wir sind oft so not­geil dar­auf, Pro­ble­me und Schwie­rig­kei­ten der ande­ren zu erfah­ren und Feh­ler mit einem schwarz­licht-neon­far­be­nen Glit­zer­stift zu mar­kie­ren, damit ja kei­ner die­se über­se­hen kann.  War­um Kel­ler ein Pro­blem ist, konn­te kei­ner sagen, aber dass er eines ist, wuss­te man ganz bestimmt. Hmm…

Nun, ich will mit mei­nen sati­ri­schen Sei­ten­hie­ben (für die ein­zig ich die Ver­ant­wor­tung tra­ge) nicht auch die let­zen Leser von NIMM-LIES zur Weiß­glut brin­gen, aber ich glau­be die­se Ein­lei­tung ist genau die rich­ti­ge für die­ses kur­ze (gera­de mal 40S. lang) Büch­lein von Tim Kel­ler. So wie ich ver­ste­he han­delt es sich dabei um eine Pre­digt über den Text „1. Kor. 3,21−4.7): Pau­lus setzt sich mit dem Hoch­mut der Korin­ther aus­ein­an­der. Kel­ler gelingt an die­ser Stel­le wie so oft, die­sen Text in unse­re Zeit zu holen. Soll­te man jetzt viel von sich hal­ten um nicht an Min­der­wer­tig­keits­kom­ple­xen und den Urtei­len ande­ren zu lei­den? Doch was macht man dann mit sei­nem eige­nen täg­lich ankla­gen­den Urteil, dass „man nicht genü­ge“. Besteht die Lösung dann viel­leicht doch dar­in, dass man wenig und gering von sich denkt, die Schran­ke also nied­rig hält. Aber wer lässt sich mit gerin­gen Zie­len zufrie­den­stel­len? Täg­lich besitzt man den Ein­druck als wür­de man wie­der in den Gerichts­saal der Selbst­be­wer­tung hin­ein­ge­zo­gen (S. 38). Kel­ler schreibt: „Alles, was ich dazu sagen kann, ist: Wir müs­sen das Evan­ge­li­um immer wie­der neu erle­ben: mit jedem Gebet, mit jedem Got­tes­dienst. Wir müs­sen es immer wie­der neu durch­buch­sta­bie­ren und uns fra­gen: Was tue ich im Gerichts­saal? Ich soll­te nicht hier sein. Die Ver­hand­lung ist ver­tagt — Wir kön­nen mit Pau­lus nach­spre­chen: „Was ihr denkt, ist mir egal, und was ich den­ke, ist mir auch egal, Nicht egal ist mir, was Gott denkt.“ Und das hat er uns gesagt: „Wer mit Jesus Chris­tus ver­bun­den ist, wird nicht mehr ver­ur­teilt (…) Leben wir von die­sem Urteil. (S.39)“

Kel­ler weist dar­auf hin: Wir dre­hen uns zu viel um uns selbst. Durch­ge­hend arbei­ten wir an unse­rem Lebens­lauf und las­sen uns von unse­ren eige­nen Zie­len het­zen: „Viel­leicht gibt es uns Sicher­heit, wenn wir uns Eti­ket­ten auf­kle­ben: „guter Mensch“, „frei­er Mensch“, „reli­giö­ser Mensch“, „mora­li­scher Mensch“. Egal, wie sie lau­ten, es gilt immer das­sel­be: Das Urteil beruht auf dem, was wir dar­stel­len. (S. 36)“

Das ist der Lebens­stil von Pau­lus. Einer­seits ist er enorm cha­rak­ter­stark, hat­te unge­heu­ren Ein­fluss, unglaub­lich viel Selbst­ver­trau­en. Er pack­te die Din­ge an und nichts konn­te ihn ent­mu­ti­gen. Und doch sagt er im ers­ten Timo­theus­brief (1,15): „Jesus Chris­tus ist auf die­se Welt gekom­men, um uns gott­lo­se Men­schen zu ret­ten. Ich selbst bin der Schlimms­te von ihnen“. (…) Das passt nicht in unser Kon­zept. Wir sind es nicht gewohnt, dass ein Mensch mit unglaub­lich gro­ßem Selbst­ver­trau­en von sich sagt, er sei einer der Schlimms­ten. (S.26)“

Es geht um ein ver­än­der­tes Selbst­be­wusst­sein, um eine ver­än­der­te Sicht auf sich selbst. „Das ist Neu­land. Dies ist Demut im Sinn des Evan­ge­li­ums, das Glück der Selbst-Losig­keit. Nicht, wie in moder­nen Gesell­schaf­ten, höher von mir den­ken, oder, wie in tra­di­tio­nel­len Gesell­schaf­ten, gerin­ger. Ein­fach weni­ger an mich den­ken. (S.32)“

Per­fek­te Lese­lek­tü­re für Ego­is­ten, Per­fek­tio­nis­ten, Ver­zwei­fel­te, Ver­bit­ter­te und sons­tig unglück­lich in sich ver­krampf­te Men­schen.

Für 4,99EUR bei SCM erhält­lich.

 

H. Goerz: Die Molotschnaer Ansiedlung

Entstehung, Entwicklung und Untergang, 352 Seiten,

Unter mei­nen Vor­fah­ren befin­den sich Men­no­ni­ten, die in der Molot­sch­na­er Ansied­lung in der Süd­ukrai­ne für zir­ka 100 Jah­re eine Hei­mat fan­den. Das war der Anlass für mich, die­ses Geschichts­buch über die Ent­ste­hung, Ent­wick­lung und den Unter­gang der deut­schen Kolo­nie zu lesen. Mei­ne Hoff­nun­gen waren einen Ein­blick in das gemeind­li­che und täg­li­che Leben zu gewin­nen, das mei­ne Vor­fah­ren von 1810 bis zir­ka 1920 geführt haben.

Das Buch ist eine Neu­auf­la­ge und ist ursprüng­lich 1950 im Echo-Ver­lag in Mani­to­ba (Kana­da) erschie­nen. Die Spra­che ist daher etwas gedie­gen und nicht immer ist ver­ständ­lich was gemeint ist. Der Autor hat selbst die blü­hen­de Pha­se der Molot­sch­na erlebt und schreibt daher nicht „nur als His­to­ri­ker“, son­dern auch als Zeit­zeu­ge. Er berich­tet auf 350 Sei­ten sys­te­ma­tisch und in zeit­li­cher und teil­wei­se the­ma­ti­scher Abfol­ge das Gesche­he­ne und hält sich mit Bewer­tun­gen meist zurück.

Beim Lesen hat sich mir eine zu gro­ßen Tei­len unbe­kann­te Geschich­te eröff­net und hat mei­ne Iden­ti­tät als men­no­ni­ti­scher Christ gefes­tigt. Für Nach­fah­ren der Men­no­ni­ten der Molot­sch­na ist die­ses über­sicht­li­che Werk eine wert­vol­le Infor­ma­ti­ons­quel­le. Das Buch ist mit eini­gen Fotos und Fuß­no­ten ver­se­hen und bie­tet daher Hin­wei­se auf Quel­len und wei­ter­füh­ren­de Lite­ra­tur. Der Ver­lag soll­te das Buch vor einer Neu­auf­la­ge unbe­dingt kor­rek­tur­le­sen, da auf­fäl­lig vie­le Recht­schreib­feh­ler die Lese­lust etwas trü­ben.

Das Buch ist bei Licht­zei­chen erschie­nen und kos­tet 12,90 EUR.

Entlarve die Schönheitslüge

Nie gut genug von Sarah Ivill

Ivill: Nie gut genug – Über Aussehen und AnerkennungDie sozia­len Medi­en befeu­ern es, die Peer­group for­dert es und der Ein­zel­ne glaubt es: Schön­heit ist alles. An einem anspre­chen­den Aus­se­hen ist ja grund­sätz­lich nichts falsch, wenn aber das Schön­heits­ide­al zum Göt­zen wird, bestimmt der Zeit­geist uns mehr als wir mei­nen. Sarah Ivill, Schrei­be­rin, Lei­te­rin und Autorin von Bibel­stu­di­en für Frau­en, bringt es in ihrem Werk „Nie gut genug“ auf den Punkt, wenn sie meint, dass Aus­se­hen und Aner­ken­nung eine der größ­ten Lügen unse­rer Zeit dar­stel­len.

„Zu dem The­ma Körperwahrnehmung und Erfolg lässt die Autorin uns in die­sem Buch teil­ha­ben an ihrem persönlichen Kampf mit der Abhängigkeit von Schlankheit/Ernährung und Fit­ness sowie Aner­ken­nung. Es geht dar­um die fal­schen Identitäten zu ent­tar­nen, denen wir uns zuwen­den, wenn wir nach Identität und Selbst­wert suchen – mit ande­ren Wor­ten: die Lügen, die wir über uns selbst glau­ben, und die Art und Wei­se, wie die­se uns in ihren Stru­del zie­hen. Dabei deckt sie fünf geläufige Lügen auf, denen man nur all­zu schnell Glau­ben schenkt, und führt zurück zu unse­rer Annah­me in Chris­tus, wo die wah­re Lösung in unse­rem Stre­ben nach Schönheit und Erfolg zu fin­den ist.“  .…

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