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Schmeckt und Seht

Andachtsbuch von John Piper

John Piper: Schmeckt und seht - AndachtenZu Weih­nach­ten haben wir die­ses Andachts­buch von John Piper geschenkt bekom­men und hat­ten nun Zeit zum anle­sen. Das Buch, das der Autor für sei­ne Adop­tiv­toch­ter Tali­tha geschrie­ben hat, unter­schei­det sich wahr­schein­lich vor allem durch die Län­ge der „Arti­kel“ von ande­ren Andachts­bü­chern. Die ein­zel­nen Bei­trä­ge sind meis­tens drei Sei­ten lang, womög­lich zu lang, um den Text als kur­zen Andachts­text am Mor­gen zu lesen. Dafür sind es auch „nur“ ins­ge­samt 140 gewähl­te Tex­te. Man steht also nicht unter Druck, jeden Tag einen Arti­kel zu lesen. Im Grun­de fühlt es sich an, als wür­de man Blog-Arti­kel von Desi­ring­God lesen. Ent­spre­chend bunt ist auch die Band­brei­te der Arti­kel ange­legt. Die Arti­kel rei­chen von „Gedan­ken nach dem 11. 09.2001“, über „Gebets­an­lie­gen von Pas­to­ren“, bis zu Lek­tio­nen, die Piper aus dem Leben ver­gan­ge­ner Chris­ten­ge­nera­tio­nen zieht, wie Brai­nerd, Sime­on, und bei Piper wohl fast obli­ga­to­risch, Jona­than Edwards.  In den meis­ten Arti­keln jedoch zieht uns der Autor in die Neu­ent­de­ckun­gen sei­ner per­sön­li­chen Bibel­le­se hin­ein. Vor allem wenn er über weni­ger beach­te­te Ver­se schreibt, wie z.B. Hi. 5,8−10 (Stau­nen über das Wun­der von Regen) oder Spr. 22,13 (zu wel­chen Aus­re­den die Faul­heit kommt), wird das Buch beson­ders wert­voll. Obwohl manch­mal sei­ne Text­be­trach­tun­gen manch­mal etwas Tief­gang ver­mis­sen las­sen und ande­re Arti­kel sich nicht so ohne Wei­te­res in den euro­päi­schen Kon­text zu über­tra­gen sein dürf­ten, ist die­ses Werk eine will­kom­me­ne Erwei­te­rung in unse­rer Samm­lung der Andachts­bü­cher. Vie­le Arti­kel haben zu wei­te­ren Gesprä­chen am Tisch ange­recht und das Gebet berei­chert. Bei­des dürf­te ja genau das sein, was man von einem Andachts­buch erwar­tet.

Der über 400 Sei­ten dicke Band ist gelun­gen über­setzt und  für güns­ti­ge 12,90EUR  bei CLV zu haben.

Demokratie, Freiheit und christliche Werte: Liebe heilt die Gesellschaft

Eine Rezension von Michael Freiburghaus

Rezen­si­on Hans­jürg Stü­ckel­ber­ger: Demo­kra­tie, Frei­heit und christ­li­che Wer­te: Lie­be heilt die Gesell­schaft

Hans­jürg Stü­ckel­ber­ger war von 1956 bis 1995 Lan­des­kir­chen­pfar­rer an drei Orten in der Schweiz. Am 07.12.2020 hat er sei­nen 90. Geburts­tag gefei­ert. Im Ver­lauf sei­nes Lebens hat er meh­re­re Mis­si­ons- und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen gegrün­det. Dafür hat er alle fünf Kon­ti­nen­te bereist und mit vie­len Men­schen gespro­chen. Er stell­te sich die Fra­ge: War­um leben eini­ge Gesell­schaf­ten in Demo­kra­tie, Wohl­stand, Frie­den und Frei­heit und ande­re nicht? Sein neu­es Buch lie­fert Ant­wor­ten. Es trägt den Titel: „Demo­kra­tie, Frei­heit und christ­li­che Wer­te: Lie­be heilt die Gesell­schaft“ (Esras.net 2020).

Das Buch bie­tet eine tref­fen­de Zusam­men­fas­sung der Kir­chen­ge­schich­te, wie Jesus Chris­tus mit der Bibel die Welt geprägt hat. Das Titel­bild nimmt den Inhalt des Kapi­tels über die bibli­schen Wer­te gleich vor­weg: es zeigt einen Baum mit tie­fen Wur­zeln, einen dicken Stamm und saf­ti­ge Früch­te. Das Bild ist aus Psalm 1 ent­lehnt: Wer Got­tes Wort beach­tet, „ist wie ein Baum, gepflanzt an den Was­ser­bä­chen, der sei­ne Frucht bringt zu sei­ner Zeit, und sei­ne Blät­ter ver­wel­ken nicht“ (Ps 1,3). Das Wur­zel­werk sym­bo­li­siert das christ­li­che Men­schen­bild: die Bibel schil­dert bereits auf der ers­ten Sei­te die Got­tes­eben­bild­lich­keit aller Men­schen und damit unse­re unver­lier­ba­re Wür­de (vgl. 1.Mose 1,26). Doch durch unse­re Sün­de sind wir vom hei­li­gen Gott getrennt ist und brau­chen Ver­söh­nung. Weil Jesus für uns gestor­ben und auf­er­stan­den ist, kön­nen wir Kon­takt mit Gott auf­neh­men (vgl. Römer­brief 3,23−24). Wei­ter­le­sen

Tipp: Binty

... weil er dein Vater ist

Ein Buch von Sin­gles für Sin­gles über das Leben als eine Toch­ter des Aller­höchs­ten. So könn­te man das Buch kurz beschrei­ben.

„Bin­ty“ ist das ara­bi­sche Wort für „mein Mäd­chen“, „mei­ne Toch­ter“. Wer sein Leben Jesus über­ge­ben hat und Ver­ge­bung der Sün­den erle­ben durf­te, darf sich sicher sein, ein Kind Got­tes zu sein. Ein Leben als Toch­ter Got­tes ist wun­der­bar, denn der Vater liebt und sorgt sich um sei­ne Toch­ter. Er ist treu, gütig und ein wun­der­ba­rer Rat­ge­ber und Füh­rer. Was kann es schö­ne­res geben, als eine Bin­ty Got­tes zu sein?!

Die Autorin macht mit ihrer ange­neh­men Art Mut, als Toch­ter Got­tes ihm wür­dig zu leben. Sie geht auf vie­le ver­schie­de­ne Berei­che des Lebens von Frau­en und ins­be­son­de­re ledi­ger Frau­en ein. Wie kann ich als Sin­gle ein erfüll­tes Leben füh­ren, ohne den roten Faden zu ver­lie­ren? Wie kann ich eine gute Freun­din sein? Wie kann Gott mich gebrau­chen? Die­se und eini­ge ande­re The­men bewegt Lia­ne Fens­ke in ihrem Buch. Sie bringt ihre eige­nen Erleb­nis­se und Erfah­run­gen ein und berich­tet von Freun­den und Bekann­ten, wie sie Gott in ihrem Leben erfah­ren durf­ten.

Das Buch ist sehr leicht zu lesen. Ein Sach- und Arbeits­buch dass sich nicht nur für „Bin­tys“ eig­net, son­dern auch für die­je­ni­gen, die im Rah­men der Gemein­de oder Seel­sor­ge mit ihnen arbei­ten. Am Anfang eines jeden Kapi­tels ist ein kur­zes, pas­sen­des Gedicht der Autorin ein­ge­fügt. Am Ende der Kapi­tel sind jeweils Punk­te die zum Nach­den­ken anre­gen auf­ge­führt, sowie Tipps zur Anwen­dung und einer tref­fen­den Bibel­stel­le, die das Gele­se­ne bekräf­ti­gen.

Es ist inter­es­sant ein geist­li­ches Buch von einer recht jun­gen, unver­hei­ra­te­ten Frau zu lesen. Es beinhal­tet vie­le Gedan­ken und Bei­spie­le, die ich in vie­len Büchern, wel­che von ver­hei­ra­te­ten Frau­en geschrie­ben wur­den, so noch nicht gele­sen habe. – Sehr emp­feh­lens­wert!

Jen­ni­fer

Das Buch ist bei acouo erschie­nen und kos­tet 12,95 EUR.

Verschwende deinen Morgen nicht!

Ich führe mich, weil Gott mich führt

„John Piper nennt drei schlech­te Moti­ve, die uns anzie­hen, am Mor­gen zuerst zum Han­dy zu grei­fen.

  • Neu­ig­keits­hun­ger: Wir wol­len mit Neu­ig­kei­ten über unse­re Freun­de ver­sorgt wer­den.
  • Ego­hun­ger: Es schmei­chelt, wenn uns jemand erwähnt.
  • Unter­hal­tungs­hun­ger: Wir wol­len unter­hal­ten wer­den.

und dann drei Din­ge, die wir ver­mei­den möch­ten:

  • Lan­ge­wei­le ver­mei­den
  • Ver­ant­wort­lich­keit ver­mei­den
  • Här­te ver­mei­den

Alter­na­ti­ve? Lass dich wecken, um die Bibel zu lesen.“

aus „Ich füh­re mich, weil Gott mich führt“ von Han­ni­el Stre­bel,

„Mir scheint der Teil der christlichen Lehre welcher von der Prädestination handelt, nicht der schwierigste zu sein…“

Ein Brief von Ursinus an Monau

Die Web­sei­te Licht-und-Recht.de ist immer wie­der eine Quel­le für Neu­ent­de­ckun­gen.

So habe ich neu­lich ein Schrei­ben von Ursi­nus an einen (zu die­sem Zeit­punkt) luthe­risch-huma­nis­ti­schen Theo­lo­gen namens Jakob Monau gefun­den, der sich mit der Leh­re von der Prä­de­sti­na­ti­on aus­ein­an­der­setzt. Gan­ze 14 DINA4-Sei­ten ist der Brief lang und wur­de offen­sicht­lich in einer Nacht fer­tig­ge­stellt. Eine gan­ze Sei­te lang zitiert Ursi­nus Bibel­ver­se, wie Gott auch im „Bösen“ wirkt. Wie gesagt, ohne jeg­li­che digi­ta­len Mit­tel, im Grun­de aus dem Stand her­aus. Obwohl nicht immer ganz freund­lich im Ton, bleibt Ursi­nus sach­lich und leicht ver­ständ­lich. Er schreibt:

„Mir scheint der Teil der christ­li­chen Leh­re wel­cher von der Prä­de­sti­na­ti­on han­delt, nicht, wie Du schreibst, der schwie­rigs­te zu sein; wofern wir nur die hei­li­ge Schrift ohne Vor­ur­tei­le lesen und­oh­ne Lei­den­schaft mit dem erns­ten Stre­ben, nicht etwa Gott nach unse­ren Phan­ta­sie­ge­bil­den umzu­ge­stal­ten, son­dern von Ihm selbst über Ihn zu ler­nen und ihm allein alle Ehre zu geben und von uns ab zu Ihm hin zu wen­den. So ist mir vie­les leicht gewor­den, was schwie­rig zu sein schien, so lan­ge ich auf das Anse­hen der Men­schen mich stütz­te, wel­che weder sich, noch mir hal­fen. Es gibt kein Stück der hei­li­gen Leh­re, über wel­ches sich in den pro­phe­ti­schen und apos­to­li­schen Schrif­ten mehr Stel­len fin­den, als eben von der Vor­se­hung, von der Erwäh­lung und dem frei­en Wil­len, so daß es mich Wun­der nimmt, wie gelehr­te und christ­li­che Män­ner hier nicht vor­wärts kön­nen.

Tue, was ich getan habe. Ich habe näm­lich, um alles, was sowohl in Aus­sprü­chen als auch in
Bei­spie­len der heil. Schrift über die­se Fra­ge ent­hal­ten ist, zu sam­meln, zu erwä­gen und zusam­men­zu­stel­len, die Bibel mit gro­ßem Fleiß von der Gene­sis bis zum Schluß der Apo­ka­lyp­se durch­ge­le­sen. Als ich sol­ches getan hat­te, belä­chel­te ich teils, teils aber ver­wünsch­te ich jenen Keh­richt von Dis­pu­ta­tio­nen und die­sen Dunst von Sophis­men, wel­che ver­ge­bens die­sem Blitz ent­ge­gen­ge­stellt wer­den. Man­che, auch Gut­ge­sinn­te, hat­ten hier­zu wirk­lich kei­ne Muße, sonst hät­ten sie sich gewiß nicht so ver­irrt. Das aber hal­te mir fest! Wenn nicht gleich Alles Dir klar und deut­lich wird, so las­se Dich dadurch nicht ver­wir­ren, son­dern den­ke ernst­lich in Dei­nem Gemü­te nach, Gott um Bei­stand anru­fend und jene Grund­la­ge, wel­che bei den From­men außer aller Fra­ge steht, fest­hal­tend: Daß näm­lich nicht Du, son­dern Gott der Urhe­ber Dei­nes Heils und alles des­sen ist, was Du bist, hast und Gutes ent­we­der Gro­ßes oder Klei­nes tust. So wirst Du nie­mals mit Gefahr Dei­nes Gewis­sens oder Hei­les irren, wenn Du auch nicht Alles auf­lö­sen und ent­wir­ren kannst, was Du wohl möch­test. Das Wis­sen bläht auf, die Lie­be aber erbaut.“

Ursi­nus, einer der Autoren des Hei­del­ber­ger Kate­chis­mus bril­liert als Meis­ter­theo­lo­ge. Im Übri­gen beweist die­ser Brief auch, dass all die Fra­gen, die heu­te dis­ku­tiert wur­den, bereits vor knapp 500 Jah­ren dis­ku­tiert wur­den. Von Ursi­nus wer­de ich sicher mehr lesen.

 

Tertullian: Verteidigung

Pflichtlektüre für Christen des 21ten Jahrhunderts

„Wenn der Tiber bis in die Stadt­mau­ern steigt, wenn der Nil nicht bis über die Feld­flu­ren steigt, wenn die Wit­te­rung nicht umschla­gen will, wenn die Erde bebt, wenn es eine Hun­gers­not, wenn es eine Seu­che gibt, sogleich wird das Geschrei gehört: „Die Chris­ten vor den Löwen!“ So vie­le vor einen?! Ich bit­te euch, wie vie­le Kala­mi­tä­ten haben nicht schon vor Tibe­ri­us, d.h. vor der Ankunft Chris­ti, den Erd­kreis und die Stadt betrof­fen?“ — Ter­tul­li­an in „Ver­tei­di­gung“.

Es gibt vie­le Grün­de, war­um man Ter­tul­li­an lesen soll­te. Da wäre erst ein­mal die gene­rell anti- oder zumin­dest unchrist­li­che Atmo­sphä­re des zwei­ten Jahr­hun­derts, die unse­rer nicht unähn­lich ist. C. Tru­e­man bemerk­te mei­nes Erach­tens  zurecht, dass wir vor allem aus dem zwei­ten und drit­ten Jahr­hun­dert am meis­ten für unse­re Zeit schöp­fen kön­nen. Ähn­lich wie vor fast zwei­tau­send Jah­ren, wird das Chris­ten­tum nicht nur abge­lehnt, es gilt als unäs­the­tisch und wider­lich. Vom Markt­platz der zuläs­si­gen Mei­nun­gen ist es schon lan­ge aus­ge­schlo­ßen.

Doch es liegt auch an Ter­tul­li­an per­sön­lich, war­um sei­ne „Ver­tei­di­gung des Chris­ten­tums“ ein guter Start­punkt ist, um die Lite­ra­tur der Kir­chen­vä­ter ken­nen­zu­ler­nen. Er gehört mit Geburts­jahr 150 n.Chr. noch zu den sehr frü­hen Kir­chen­vä­tern und dürf­te die Schnitt­stel­le des Wan­dels von der grie­chisch zur latei­nisch spre­chen­den Kir­che sein. Was nur Weni­ge wis­sen: Ter­tul­li­an pole­mi­sier­te gegen eine zu frü­he Tau­fe von Kin­dern (in „Von der Tau­fe“). Als Bap­tist habe ich natür­lich eine beson­de­re Freu­de bei die­sem Werk gehabt. Ter­tul­li­an ist dabei Pole­mi­ker durch und durch. Es dürf­te natür­lich an sei­ner juris­ti­schen und rhe­to­ri­schen Aus­bil­dung gele­gen haben. Aber das alles macht sein Werk nur lesens­wer­ter. So ver­öf­fent­licht er sein Apo­lo­ge­ti­cum, also sei­ne Ver­tei­di­gung des Chris­ten­tums mit­ten in einer wüs­ten Ver­fol­gung der Chris­ten in und um Kar­tha­go. Argu­ment für Argu­ment zer­legt er die anti­christ­li­che Hal­tung des römi­schen Rei­ches. So frägt er sich, war­um Chris­ten gefol­tert wer­den, auch nach­dem sie ihr „Ver­bre­chen Chris­ten zu sein“ gestan­den haben. Bei allen ande­ren Ver­bre­chern wen­de man die Fol­ter schließ­lich nur bis zum Geständ­nis ein, ja nach römi­schem Recht sei Fol­ter nach dem Geständ­nis gar nicht zuläs­sig. Er ent­tarnt geschickt die anti­christ­li­chen Ver­schwö­rungs­theo­ri­en sei­ner Zeit: Chris­ten waren als inzest­prak­ti­zie­ren­de Kan­ni­ba­len ver­ru­fen. Hier zeigt sich sein Wis­sen der Kul­tur im römi­schen Reich. Tat­säch­lich zeigt er men­schen­ver­ach­ten­de Prak­ti­ken in den unter­schied­li­chen römi­schen Göt­zen­kul­ten auf. Allen die­sen ist das Chris­ten­tum über­le­gen. Schließ­lich ist auch das Chris­ten­tum ein Weg von alters her, eine uralte Reli­gi­on. Auch hier kann Ter­tul­li­an dar­auf ver­wei­sen, das Mose als Pro­phet älter ist, als man­cher der römi­schen Gott­hei­ten und auf jeden Fall älter als die römi­sche Geschich­te. Wei­ter­le­sen

Stille Nacht — Heilige Nacht

Eine Rezension von Matthias Mockler - E21

Stille Nacht - Heilige NachtWeih­nach­ten ist längst nicht mehr nur ein christ­li­ches Fest – es ist auch ein säku­la­rer Fei­er­tag: Je nach Glau­bens­über­zeu­gung fei­ern die einen die Geburt Jesu Chris­ti, die ande­ren das Fest der Lie­be, des Frie­dens und der Fami­lie. Man kann Weih­nach­ten in der säku­la­ren Gesell­schaft ohne Got­tes­dienst, ohne christ­li­che Lie­der und ohne Chris­tus fei­ern. Mit die­ser Beob­ach­tung beginnt Timo­thy Kel­ler sein Buch Stil­le Nacht – Hei­li­ge Nacht. War­um wir Weih­nach­ten heu­te noch fei­ern. Nach sei­ner Wahr­neh­mung ist die wah­re Weih­nachts­bot­schaft vie­ler­orts ver­lo­ren gegan­gen – und zwar auch in christ­li­chen Krei­sen: „Im säku­la­ren wie im christ­li­chen Weih­nachts­fest geht es fast nur um Frie­den, Freu­de und Licht“ (S. 110).

Dass Weih­nach­ten einen viel tie­fe­ren Sinn hat, ent­fal­tet der Autor in acht Kapi­teln zu klas­si­schen Weih­nachts­tex­ten aus dem Pro­phe­ten Jesa­ja, dem Mat­thä­us- und dem Luka­sevan­ge­li­um sowie 1. Johan­nes 1,1 – 4. Zwar spricht auch Kel­ler in den acht Kapi­teln sei­nes Buchs viel von Got­tes Lie­be, sei­nem Frie­den und sei­nem Licht, die­se Begrif­fe wir­ken bei ihm jedoch kräf­ti­ger als in so man­cher Weih­nachts­pre­digt, da er sie in den Kon­trast zur Fins­ter­nis, zum Krieg (in die­ser Welt und in unse­ren Her­zen) und Got­tes gerech­tem Zorn setzt. Kel­ler ist über­zeugt: „Weih­nach­ten ist – genau wie Gott sel­ber – sowohl wun­der­ba­rer als auch gefähr­li­cher und bedroh­li­cher, als wir uns das vor­stel­len“ (S. 8). wei­ter­le­sen auf evangelium21.net

Lexikas zu unterschiedlichen Bereichen

Eine Auswahl 2020

Dank Logos, grei­fe ich ver­mehrt auf Bibel­le­xi­kas und theo­lo­gi­sche Wör­ter­bü­cher zurück. Eine Aus­wahl der Most-Reads 2020:

Der Klassiker

Ich glau­be das von Rien­ecker ins Leben geru­fe­ne Lexi­kon, das von G. Mai­er, Lan­des­bi­schof a.D. wei­ter­ge­führt wur­de, dürf­te schon seit Jahr­zehn­ten ein Klas­si­ker sein. Der Umfang die­ses Lexi­kons ist immer noch für jeden Lai­en zugäng­lich, dabei bril­lie­ren die Arti­kel durch zahl­rei­che Bibel­stel­len­an­ga­ben. Tipp: „Leben­di­ge Begrif­fe“ (Wie Ver­söh­nung, See­le, Schlaf, Spra­che…) lesen und alle Bibel­stel­len dazu betrach­ten. Ein Tur­boboost, um anzu­fan­gen, Begrif­fe biblisch zu den­ken und anzu­wen­den.

 

Der Digitale

Viel zu spät und eher zufäl­lig habe ich wibilex ent­deckt. Im Grun­de wie Maier/Rienecker, aber deut­lich umfang­rei­cher, aber lei­der auch weni­ger bibel­treu. Ansons­ten bril­lie­ren die Arti­kel durch zumeist wis­sen­schaft­li­che Qua­li­tät und schlie­ßen auch theo­lo­gi­sche Begrif­fe und geschicht­li­che Ent­wick­lun­gen mit ein, die außer­halb des bibli­schen Tex­tes ste­hen. Im Grun­de genom­men so etwas, wie ein reli­giö­ses Wiki­pe­dia. Wei­ter­le­sen

Das höchste Gut des Menschen

gefunden bei "The Wonderful Works of God" von Herman Bavinck

„Gott und Gott allein ist das höchs­te Gut des Men­schen.

In einem all­ge­mei­nen Sin­ne kön­nen wir sagen, dass Gott das höchs­te Gut all sei­ner Krea­tu­ren ist. Denn Gott ist der Schöp­fer und Erhal­ter aller Din­ge, die Quel­le allen Seins und jeg­li­chen Lebens und die über­flie­ßen­de Quel­le allen Gutes. Jede Krea­tur schul­det jeden ein­zel­nen Augen­blick sei­ne gan­ze Exis­tenz ein­zig Ihm, der das Eine, Ewi­ge und All­ge­gen­wär­ti­ge Wesen ist.

Doch das Kon­zept des höchs­ten Guts schließt übli­cher­wei­se auch den Gedan­ken mit ein, dass die­ses Gut von den Krea­tu­ren selbst erkannt und genos­sen wird. Und das kann natür­lich nicht der Fall für die leb­lo­se oder nicht-ratio­na­le Schöp­fung sein. Die leb­lo­se Schöp­fung exis­tiert bloß und besitzt über­haupt kein Lebens­prin­zip. Die ande­ren Geschöp­fe, so wie die Pflan­zen besit­zen zwar ein Lebens­prin­zip, haben aber kei­ner­lei Emp­fin­den. Die Tie­re besit­zen zwar zusätz­lich zu ihrer Exis­tenz und ihrem Leben eine Art des Bewusst­seins, doch es ist ein Bewusst­sein, dass die Din­ge um sich durch Sin­nes­rei­ze wahr­nimmt. Sie sind sich der irdi­schen, aber nicht der himm­li­schen Din­ge bewusst. Sie sind sich der tat­säch­li­chen, der freu­di­gen, der nütz­li­chen Din­ge bewusst. Doch sie besit­zen kein Bewusst­sein für die Wahr­heit, das Gute und das Schö­ne. Sie besit­zen ein sinn­li­ches Emp­fin­den und sinn­li­che Wün­sche, doch ent­spre­chend sind sie auch durch Sin­nes­wahr­neh­mung gesät­tigt und kön­nen zu den geist­li­chen Din­gen nicht durch­drin­gen.

Beim Men­schen ist das völ­lig anders. Er ist eine Krea­tur, die von Anfang an im Bil­de Got­tes geschaf­fen wur­de und die­sen gött­li­chen Ursprung kann er weder löschen noch zer­stö­ren. Auch wenn er durch die Sün­de die herr­li­chen Eigen­schaf­ten der Erkennt­nis, der Gerech­tig­keit und der Hei­lig­keit ver­lo­ren hat, die im Bil­de Got­tes lie­gen, sind sie doch in ihm in „klei­nen Über­res­ten“, als Schen­kun­gen der Schöp­fung vor­han­den. Die­se rei­chen nicht nur aus, um das Bewusst­sein der Schuld auf­recht­zu­er­hal­ten. Die­se bezeu­gen auch sei­ne ursprüng­li­che Grö­ße und erin­nern ihn bestän­dig an sei­ne gött­li­che Beru­fung und sein himm­li­sches Schick­sal…“

Über­setzt aus „The Won­der­ful Works of God“

 

Wie soll eine Predigt nicht sein…

gefunden beim Bibelkreis München

Der Blog „Bibel­kreis Mün­chen“ ver­linkt spo­ra­disch auch Arti­kel von NIMM-LIES. Heu­te wie­der­um bin ich auf einen sehr span­nen­den Arti­kel gesto­ßen, ein (grö­ße­res) Zitat von Hel­ge Sta­del­mann:

„Lie­be Gemein­de!
Den Text für unse­re heu­ti­ge Pre­digt fin­den wir in unse­rem Volks­lie­der­buch:
»Häns­chen klein ging allein in die wei­te Welt hin­ein. Stock und Hut steh’n ihm gut, ist gar wohl­ge­mut. Aber Mut­ter wei­net sehr, hat ja nun kein Häns­chen mehr: Da besinnt sich das Kind, läuft nach Haus geschwind.«
Soweit unser Text!
Wie wir sehen, geht es hier um einen Men­schen wie du und ich. Es geht um »Häns­chen«. Die­ses Wort »Häns­chen« kommt von »Hans«, und »Hans« kommt von »Johan­nes« – und wenn wir noch etwas wei­ter gra­ben, mer­ken wir, dass »Johan­nes« vom hebräi­schen Grund­text her »Jochanan« heißt – und das bedeu­tet: »Gott ist gnä­dig«! Dies eine steht also von Anfang an über dem Leben unse­res »Häns­chen«: Gott ist gnä­dig. Und genau­so steht die Ver­hei­ßung über dem Leben eines jeden Men­schen, der auf die­se Welt kommt, und damit auch über uns: Gott ist gnä­dig!
Die­ses Häns­chen ist noch »klein«. Viel­leicht weiß er noch gar nichts von der Gna­de, die über sei­nem Leben wal­tet. Aber er hat die­se Gna­de bereits nötig. Denn wir wis­sen: So klein ein Mensch auch sein mag, so sün­dig ist er doch schon. Das wird in unse­rem Text auch unüber­seh­bar klar. Hier heißt es: Er »ging allein«. Genau das ist das Pro­blem. Häns­chen geht sei­nen Lebens­weg »allein«, ohne Gott – meint, sein Leben noch selbst in die Hän­de neh­men und gestal­ten zu kön­nen. Und solch ein eige­ner Weg hat immer nur ein Ziel: »In die wei­te Welt hin­ein«! Der Weg »allein«, ohne Gott, führt immer schnur­stracks »in die Welt«.
Was für ein Leben ist das dort in der »Welt«! Es ist das nich­ti­ge Gegen­stück zu einem Leben mit Gott. Zwei Merk­ma­le prä­gen die­ses welt­li­che Leben. 1.) Da ist zunächst ein­mal die Eitel­keit: »Stock und Hut steh’n ihm gut […]«, so steht es hier. Die­se äuße­ren Din­ge wie »Stock« und »Hut« tre­ten plötz­lich in den Vor­der­grund, ganz so, als ob sol­che Eitel­kei­ten ins Zen­trum unse­res Lebens gehör­ten. 2.) Und zwei­tens ist das Leben in der Welt gekenn­zeich­net durch ver­gäng­li­che Freu­de: »[…] ist gar wohl­ge­mut«, so lesen wir. Wir müs­sen ja nicht glau­ben, den Men­schen in der Welt gin­ge es immer schlecht! Ganz im Gegen­teil. Wir wis­sen doch schon aus den Psal­men, dass es dem Gott­lo­sen oft sehr gut geht. Er genießt die Welt und ist »gar wohl­ge­mut«. Dass die­se Freu­de ver­gäng­lich ist, steht auf einem ande­ren Blatt.
Und nun kommt die gro­ße Wen­de. »Aber«, so heißt es: »Aber Mut­ter […]«!  .…Wei­ter­le­sen

Ins­ge­samt bin ich schon regel­mä­ßig auf gute Hin­wei­se beim Bibel­kreis Mün­chen gesto­ßen.