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„Was in meinem Haus klassisches Latein ist, bestimme ich“

Friedrich Dürrenmatt in Drama und Roman

Dür­ren­matt ist ein Schrift­stel­ler, der es mir in der Schul­zeit beson­ders ange­tan hat. Der Roman „Der Rich­ter und sein Hen­ker“ und die Komö­di­en „Die Phy­si­ker“ und „Der Besuch der alten Dame“ waren Pflicht­lek­tü­re. Im Ver­gleich zu Schil­ler schnitt Dür­ren­matt bei uns Schü­lern deut­lich bes­ser ab. Ich war damals so ange­tan von Dür­ren­matt, dass ich fast sein voll­stän­di­ges Werk durch­ge­ar­bei­tet habe. Die­ses gibt es übri­gens für wenig Geld zu erwer­ben oder in so gut wie jeder Biblio­thek (selbst in der Biblio­thek unse­rer tech­ni­schen Hoch­schu­le fand man die­se). Den­noch schlich sich mir mehr­fach der Ver­dacht auf, dass man gezielt die „kon­ser­va­ti­ve­ren“ Wer­ke Dür­ren­matts nicht in die Schul­lek­tü­re auf­nahm, wie die­ser kur­ze Über­blick zei­gen soll:

Prosa:

  • „Der Rich­ter und sein Hen­ker„‘ erzählt die Geschich­te von Kri­mi­nal­kom­mis­sar Bär­lach, der einen bis­her stän­dig davon gekom­me­nen Ver­bre­cher nicht anders zur Stre­cke brin­gen kann, als durch eine kom­pli­ziert Intri­ge. Gerech­tig­keit scheint sich auf lega­lem Wege nicht durch­set­zen zu kön­nen
  • Was vie­le nicht wis­sen ist, dass Komis­sar Bär­lach einen wei­te­ren Fall löst. (Ich hät­te es mir gewünscht, dass die Leh­rer­schaft wenigs­tens mit einem Satz dar­auf auf­merk­sam gemacht hät­te). In „Der Ver­dacht“ geht es um die Ent­lar­vung eines KZ-Arz­tes. Sicher­lich weni­ger tief­sin­nig als der ers­te Teil, dafür näher an der Rea­li­tät (zumin­dest der Nach­kriegs­zeit).
  • The­ma­tisch reiht sich der Roman „Das Ver­spre­chen“ an. Sehr sen­si­bel bespricht Dür­ren­matt das The­ma des Kin­des­miss­brauchs. Auch hier kommt ein Komis­sar nur „falsch ermit­telnd“ zum „rich­ti­gen Ergeb­nis“. An der sehr sehens­wer­ten Ver­fil­mung „Es geschah am hell­lich­ten Tage“ war Dür­ren­matt eben­falls betei­ligt.
  • Ich den­ke, in „Die Pan­ne“ wird Schuld uns Süh­ne, Ver­bre­chen und Stra­fe am tief­grün­digs­ten bespro­chen. Ein all­zu durch­schnitt­li­cher Ver­tre­ter kommt vor ein Gal­gen­ge­richt. Bereits auf den ers­ten Sei­ten erahnt man das tra­gi­sche Ende
  • In den spä­te­ren Jah­ren wird Dür­ren­matts Werk bizar­rer, was „Im Auf­trag oder Vom Beob­ach­ten des Beob­ach­ters der Beob­ach­ter“ beweist. 24 Kapi­tel: Jedes nur einen Spa­get­ti-Satz lang.
  • Schließ­lich muss noch das „Durch­ein­an­der­tal“ erwähnt wer­den. Vie­le Strän­ge füh­ren in ein klei­nes Schwei­zer Dorf. Doch die Idyl­le täsucht. Ein rie­si­ges Hotel benutzt der schmie­ri­ge Pre­di­ger „Moses Mel­ker“ (welch Iro­nie) dazu, den Rei­chen die­ser Welt die Armut zu zei­gen. Im Win­ter jedoch dient das Hotel als Ver­steck für ein Ver­bre­cher­syn­di­kat. Als ein 14jähriges Mäd­chen ver­ge­wal­tigt wird, sucht man nicht das Nahe lie­gen­de, son­dern ver­mu­tet lie­ber eine sowje­ti­sche Inva­si­on. So viel Cha­os kann natür­lich nur in einer schlimmst mög­li­chen Wen­dung enden.

Theaterstücke

  • „Die Phy­si­ker“: Sind Ein­stein, New­ton und Möbi­us (mit sie­ner Welt­for­mel) eine Gefahr oder bleibt Ihnen nichts ande­res übrig als sich vor den Ver­bre­chern die­ser Welt in einem Irren­haus zu ver­ste­cken. Erst­auf­ge­führt 1962 als sich die Gro­ßen Staa­ten die­ser Welt von einer Mega­bom­be zur Nächs­ten stei­ger­ten.
  • „Der Besuch der alten Dame“. Die Bür­ger eines her­un­ter­ge­kom­men Schwei­zer Ortes wer­den doch nicht so gie­rig sein, jeg­li­che Tugend zu ver­ges­sen, um an eine Groß­zü­gi­ge Spen­de der alten Dame zu kom­men? Lei­der ja!
  • „Romu­lus der Gro­ße“. Die letz­ten bei­den Tage des römi­schen Rei­ches ver­bringt der Kai­ser Romu­lus lie­ber mit Hüh­ner­zucht. Man kommt nicht umhin Sym­pa­thie mit einem Tyrann zu ent­wi­ckeln.

Hörspiele:

Die Nach­kriegs­zeit war die Blü­te­zeit des Hör­spiels. Für Fern­se­her gab es (noch) nicht genug Geld, dafür war jeder mit Radi­os ver­sorgt. Auch Dür­ren­matt betei­lig­te sich kräf­tig, da vie­les im öffent­li­chen Rund­funk erschien, fin­den sich vie­le Hör­spie­le immer noch auf you­tube. Zumeist han­delt es sich um Bear­bei­tun­gen von vor­her oder par­al­lel erschie­nen Thea­ter­stü­cken.

  • Der Pro­zess um des Esels Schat­ten: Ein Esels­trei­ber kann es nicht dul­den, dass man auch den Schat­ten sei­nes Esels nut­zen will. Gier ver­mehrt sich bekannt­lich schnell und endet in einer grau­si­gen Zer­stö­rung.
  • Stra­nitz­ky und der Natio­nal­held. Der Kriegs­in­va­li­de Adolf Josef Stra­nitz­ky sieht sei­ne gro­ße Chan­ce der Macht­über­nah­me, als der Natio­nal­held Möwe aus­sät­zig wird.
  • Her­ku­les und der Stall des Augi­as: Der altern­de und von Gerüch­ten und Schul­den umge­be­ne Her­ku­les schei­tert dar­an, die Statt Elis vom Pfer­de­mist zu befrei­en.
  • Abend­stun­de im Spät­herbst: Ein span­nen­der kurz­wei­li­ger Kri­mi für zwi­schen­durch.
  • Auch „die Pan­ne“ und „Romu­lus der Gro­ße“ und „der Besuch der alten Dame“ wur­den von Dür­ren­matt höchst­per­sön­lich als Hör­spie­le rea­li­siert.

Besprechung

Eine aus­führ­li­che Doku­men­ta­ti­on über Dür­ren­matt fin­det sich auf you­tube.

Dür­ren­matt schaut tief in die mensch­li­che See­le: Regel­mä­ßig deckt er auf, dass in jedem auch so „from­men“ Spieß­bür­ger ein Tyrann steckt. Selbst wenn man die­se inne­woh­nen­de Tyran­nei hin­ter gro­ßem Durch­ein­an­der und vie­len Argu­men­ten ver­ste­cken möch­te, kann man vor Schuld nicht weg­lau­fen.  Vie­le der Prot­ago­nis­ten unter­neh­men die ver­rück­tes­ten Din­ge um ihren Schein und Namen zu wah­ren. Alles also all­zu mensch­lich. Wie oft­mals wagt sich auch in die­sem Fall ein Nicht­christ an eine auf­rich­ti­ge­re Ana­ly­se, als vie­le Chris­ten es tun wür­den. Defi­ni­tiv wird es dem Werk Dür­ren­matts nicht gerecht, die Schuld­fra­ge auf die Gesche­hen des drit­ten Reichs zu redu­zie­ren.

 

Ein aufrichtiger Zweifler

Eine Predigt von Fritz Binde

Bei der Glau­bens­stim­me fand ich die­se Pre­digt Fritz Bin­des zu Joh 1,43 – 51, der ers­ten Begeg­nung Jesu mit sei­nen spä­te­ren Jün­gern Phil­ip­pus und Natha­na­el.

Mit der Über­schrift hat Bin­de bereits sein Anlie­gen die­ser Pre­digt umris­sen: Die Wand­lung des Natha­na­el vom Zwei­fel zum Glau­ben. Bin­de arbei­tet gut den inne­ren Kon­flikt Natha­na­els her­aus, der ja durch­aus auf „Argu­men­ten“ baut:

Sei­ne Zwei­fel sind ihm nie wert­vol­ler Besitz, des­sen er sich freut und rühmt. Nim­mer­mehr schei­nen sie ihm Ziel sei­nes Den­kens und Suchens, son­dern immer nur bedau­er­li­ches Hin­der­nis auf dem Wege (Kind­le Posi­ti­on 69)

Nein, nein, der auf­rich­ti­ge Zweif­ler zwei­felt nicht, um zu zwei­feln! Es geht ihm nicht um sei­ne Zwei­fel, son­dern um die zu fin­den­de Wahr­heit! (87)

Und kühl ant­wor­tet der auf­rich­ti­ge Zweif­ler Natha­na­el: „Was kann von Naza­reth Gutes kom­men?“ Mag sein, daß Natha­na­el damit sagen woll­te: „Was kann aus solch einem ver­bor­ge­nen, klei­nen Nest kom­men?“ Siche­rer aber ist, daß er kühl in Schrift­nüch­tern­heit mein­te: „Naza­reth besitzt kei­ne Ver­hei­ßung, uns den Mes­si­as zu brin­gen!“ Die­ser Ein­wand war völ­lig berech­tigt, die­ser Zwei­fel biblisch begrün­det. Naza­reth wird im Alten Tes­ta­ment nicht ein­mal dem Namen nach erwähnt, wie viel weni­ger als Geburts- oder Hei­mats­ort des Mes­si­as genannt. Natha­na­el hat­te also vol­len bibli­schen Grund, einen Jesus, Sohn Josephs von Naza­reth, als angeb­lich gefun­de­nen Mes­si­as abzu­leh­nen. (89)

Frei­mü­tig und doch irrig hat­te Phil­ip­pus von Jesus gezeugt, und frei­mü­tig und doch irrend hat­te Natha­na­el die Kun­de von Jesus bezwei­felt. (104)

Das eine aus­führ­li­che Dis­kus­si­on dar­über, ob den nun Naza­reth als Hei­mat­stadt Jesu doch irgend­wie mög­lich ist, kaum zum Ziel geführt hät­te, liegt auf der Hand:

Jetzt hält einer einen soge­nann­ten apo­lo­ge­ti­schen Vor­trag, in dem er sich bemüht, mit Grün­den der Men­schen­weis­heit für die Wahr­heit der Bibel, den „geschicht­li­chen Jesus“ oder das Dasein Got­tes zu strei­ten. Die mensch­li­chen Ver­nunft­grün­de, die er anführt, leuch­ten sei­nen Hörern ein, die Leu­te stim­men der Rede zu und gehen, von der soge­nann­ten „christ­li­chen Welt­an­schau­ung“ beein­flußt nach Hau­se. Für den nächs­ten Abend ist ein gegen­tei­li­ger Vor­trag ange­kün­digt. Natür­lich müs­sen sie als Gebil­de­te, die ja in kei­nem Fal­le hin­ter der Kul­tur zurück­blei­ben dür­fen, auch die­sen Vor­trag hören. Dort wird genau das Gegen­teil von dem gesagt, was sie ges­tern Abend hör­ten. (138)

Bin­de ver­passt dem unauf­rich­ti­gen Zweif­ler ein paar auf­rich­ti­ge Sei­ten­hie­be:

Der unauf­rich­ti­ge Zweif­ler strei­tet, um zu strei­ten. Löse ihm auf dem Wege ver­nunft­ge­mä­ßer Aus­ein­an­der­set­zung hun­dert Zwei­fel, sofort hat er tau­send neue. (250)

Ande­re haben das ja auch nicht getan! Goe­the und Schil­ler waren ja auch nicht streng bibel­gläu­big! Und Pro­fes­sor X, der so klu­ge und lie­bens­wür­di­ge Herr, ist’s ja auch nicht! (303)

Trotz die­ser guten Aus­füh­run­gen ist Bin­de gele­gent­lich mit Vor­sicht zu genie­ßen! All­zu pie­tis­ti­sche Gedich­te wer­den ein­ge­scho­ben,

Wir armen Men­schen­kin­der Sind eitel arme Sün­der, Und wis­sen gar nicht viel. Wir suchen vie­le Küns­te Und spin­nen Luft­ge­spins­te, Und kom­men wei­ter von dem Ziel. (323)

und schließ­lich auch eine zu gro­ße Skep­sis vor „Den­ken“, als wäre es ange­bracht Den­ken und Leben zu tren­nen. Als wäre Den­ken immer böse und Füh­len immer gut.  Ich den­ke hier ver­kauft sich Bin­de ein­fach selbst zu sehr unter sei­nem eige­nem Niveau. Sehr aus­führ­lich schil­dert er den inne­ren Kon­flikt eines „Wis­sen­schaft­lich Den­ken­den“:

Ich kann nicht ver­ges­sen, wie ein­mal ein gebil­de­ter Zweif­ler als auf­rich­tig gewor­de­ner Zweif­ler zu mir kam und Phil­ip­pus­dienst bedurf­te. (…) Sein „wis­sen­schaft­li­ches Den­ken“ krümm­te sich wie ein getre­te­ner Wurm. Unbe­dingt woll­te er erst begriff­lich-logisch ver­ste­hen und dann glau­ben ler­nen. Ich muß­te ihm sagen, daß sein Bemü­hen gänz­lich ver­geb­lich sei; auf wis­sen­schaft­li­chem Wege habe sich noch nie ein Mensch bekehrt. Bekeh­rung sei nur mög­lich auf dem Wege des Bank­rotts als Durch­gang eines armen, ver­lo­re­nen Sün­ders durch die „enge Pfor­te“, wo man allem absa­gen müs­se, auch dem eige­nem Den­ken. Er sol­le aber nicht ban­ge sein um sei­nen kost­ba­ren Ver­stand; denn in Wahr­heit brau­che er gar nicht „das Opfer sei­nes Ver­stan­des“, son­dern nur das Opfer sei­nes Unver­stan­des, (…). Als er sich nas­sen Auges und befrei­ten Her­zens von den Kni­en erho­ben, wo er sich betend sei­nem gefun­de­nen Ret­ter und Herrn hin­ge­ge­ben hat­te, und nun bedau­er­te, mir so viel Mühe gemacht zu haben, konn­te ich doch nicht unter­las­sen, ihm zu sagen: „Ja, hät­te ich es jetzt an Ihrer Statt mit einem ein­fa­chen Men­schen zu tun gehabt, so wäre viel­leicht alles in fünf Minu­ten getan gewe­sen; aber der Segen der Bil­dung ist, daß es zwölf­mal län­ger gedau­ert hat, ehe Sie als ein Armer im Geis­te in Chris­to reich zu wer­den ver­moch­ten!“ Da sah er mich ganz bedenk­lich an und mein­te zag­haft: „Ja, dem­nach wäre ich ja zwölf­mal düm­mer hier­her­ge­kom­men als sons­ti­ge Leu­te!“ „Es wird nicht viel dar­um gefehlt haben, Herr Dok­tor!“ war mei­ne Ant­wort. (Ab Pos. 330)

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Der scharlachrote Buchstabe

Der amerikanische Epos zur Schuldfrage

In der Zeit der Grün­der­vä­ter wird die Ehe­bre­che­rin Hes­ter Pryn­ne dazu ver­ur­teilt inmit­ten von Puri­ta­nern sich ein rotes A (wahr­schein­lich für Adulte­ry o.Ä = Ehe­bruch ) auf die Brust zu nähen. Bei der Ver­ur­tei­lung mur­meln eini­ge älte­re Damen auch was von Todes­stra­fe, wäh­rend der blei­che Pfar­rer Arthur Dim­mes­da­le den Ver­hör lei­tet. Hes­ter ver­wei­gert es, den Namen des betei­lig­ten Parts zu nen­nen, doch dem Leser wird schon bald klar, dass es nie­mand ande­res ist, als der Pfar­rer selbst, der hier eine Schuld ver­schweigt. Auch eine kla­re­re Pre­digt über sei­ne Sün­de als eine Art anony­me Beich­te führt zu kei­ner Gewis­sen­s­er­leich­te­rung. Bald kehrt der bis dahin als ver­schol­len gegol­te­ne Ehe­mann Hes­ter Pryn­nes, ein Arzt zurück und erkennt schon bald im Pfar­rer den Ehe­bre­cher. Das nützt er genüss­lich aus, um mit vie­len Tricks den Pfar­rer in den nahen Wahn­sinn zu trei­ben. Schließ­lich aber in der größ­ten See­len­not ringt sich Dim­mes­da­le zu einem öffent­li­chen Bekennt­nis durch und bekennt sei­ne Schuld, wor­auf er end­lich in Ruhe ster­ben kann. Roger Chil­ling­worth, der Ehe­mann Hes­ters hat nun kei­nen Lebens­zweck mehr und stirbt nach einem Jahr.

Die­se Erzäh­lung von Natha­ni­el Haw­thor­ne hat mich schon immer fas­zi­niert! Nun bin ich aber zudem auf ein Werk von Leland Ryken gesto­ßen, mit wel­chem er Klas­si­ker nach Pfar­rern und Pas­to­ren durch­sucht und ana­ly­siert, natür­lich ging er nicht an die­sem Meis­ter­werk Haw­thor­nes vor­bei. Er weißt dar­auf hin, dass der Autor zwei Welt­bil­der auf­ein­an­der pral­len lässt, die roman­ti­sche und die christ­li­che! Zunächst pro­fi­tiert Hes­ter Pryn­ne deut­lich in ihrer Gunst, doch das Fina­le zeigt, dass es bes­ser ist, Sün­de auf­zu­de­cken und zu beken­nen. Hät­te ich doch die­se Hin­wei­se Rykens bereits beim Lesen des Buches gehabt.

(Sät­ze in Fett auch auf deutsch)

Sünde aufdecken oder zudecken?

„The initi­al sins of adulte­ry and cover-up are what set the ent­i­re steam­rol­ler of evil into moti­on. In kee­ping with Hawthorne’s stra­te­gy of set­ting the roman­tic and Chris­ti­an world­views in com­pe­ti­ti­on, throug­hout the first half of the sto­ry Hes­ter is a sym­pa­thetic foil (con­trast) to the minister’s weak­ness. As bad as the sins of sexu­al indul­gence, moral cowar­di­ce, and aban­don­ment of a per­se­cu­t­ed woman are, as the sto­ry unfolds, hypo­cri­sy emer­ges as Rev. Dimmesdale’s most inten­se­ly felt sin. As the pre­acher makes vei­led hints of his sexu­al sin in his ser­mons, his parishio­ners idea­li­ze him even more for what seems to be extre­me pie­ty. In a sum­ma­ry state­ment, we read, “It is incon­ceiva­ble, the ago­ny with which this public vene­ra­ti­on tor­tu­red him” (chap. 6). The con­trast bet­ween Hes­ter and Dim­mes­da­le is pri­ma­ri­ly the con­trast bet­ween con­fes­sed sin and con­cea­led sin, and the main­spring of the book is the fact and effects of hid­den sin in a minis­ter who appears to be an exem­pla­ry Chris­ti­an.“

Der Unter­schied zwi­schen Hes­ter und Dim­mes­da­le ist vor allem der Unter­schied zwi­schen bekann­ter und ver­bor­ge­ner Sün­de, und der Antrieb des Buches ist die Tat­sa­che und die Wir­kung der ver­bor­ge­nen Sün­de in einem Minis­ter, der als vor­bild­li­cher Christ erscheint.

Sünde wirkt süß, ist aber tödlich

„The subt­le evil influ­ence in the minister’s life is Hes­ter. In the midd­le of the book, when Hes­ter and Dim­mes­da­le meet in the forest, Hes­ter pro­po­ses that she and Dim­mes­da­le run away from the vil­la­ge that torments them. This is the enthro­ne­ment of roman­tic impul­se, choo­sing escape from socie­ty rather than con­fes­si­on of sin to God. For all her affec­tio­na­te loyal­ty to Dim­mes­da­le, Hester’s pro­po­sal rep­res­ents a temp­tati­on to aban­don moral duty and God. The nar­ra­tor edi­to­ria­li­zes this ang­le when he asserts, “Temp­ted by a dream of hap­pi­ness,” Dim­mes­da­le “had yiel­ded him­s­elf with deli­be­ra­te choice . . . to what he knew was dead­ly sin. And the infec­tious poi­son of that sin had been thus rapidly dif­fu­sed throug­hout his moral sys­tem” (chap. 20). On the ver­ge of recei­ving God’s for­gi­veness, Dim­mes­da­le asks Hes­ter, “Is not this bet­ter than what we drea­med of in the forest?” (chap. 23). And Hes­ter, roman­tic spo­kes­per­son to the last, replies, “I know not.”“

Der Erzäh­ler edi­tiert die­sen Blick­win­kel, als er deut­lich macht, „Dim­mes­da­le ist von einem Traum des Glücks in Ver­su­chung geführt“ und habe sich mit einer bewuss­ten Ent­schei­dung  für das ent­schie­den… von dem er wuss­te, dass es tod­brin­gen­de Sün­de ist. Und das anste­cken­de Gift die­ser Sün­de hat­te sich so schnell in sei­nem gesam­ten mora­li­schen Sys­tem ver­brei­tet.

Satan verführt um zu verklagen

„Roger Chil­ling­worth, Hester’s hus­band who lives with Dim­mes­da­le and osten­si­b­ly ser­ves as his doc­tor, rather quick­ly comes to the con­clu­si­on that Dim­mes­da­le was the sexu­al part­ner of his wife. The­reu­pon Chil­ling­worth sys­te­ma­ti­cal­ly fans the fla­mes of Dimmesdale’s guil­ty con­sci­ence. In the cli­mac­tic con­fes­si­on sce­ne, as Dim­mes­da­le recei­ves God’s for­gi­veness, Chil­ling­worth repeated­ly mut­ters, “Thou hast escaped me.” In the last chap­ter of the book, we learn that once Chillingworth’s oppor­tu­ni­ty for reven­ge was taken from him, he died wit­hin a year, depri­ved of his rea­son for living.“

Chil­ling­worth mur­melt stän­dig: „Du bist mir ent­kom­men.“ Im letz­ten Kapi­tel des Buches erfah­ren wir, dass Chil­ling­worth, nach­dem ihm die Gele­gen­heit zur Rache genom­men wor­den war, sei­nes Lebens­grun­des beraubt, nach einem Jahr ver­starb.

Übri­gens: der von Haw­thor­ne beschrie­be­ne Brauch mit dem schar­lach­ro­ten Buch­sta­ben hat kei­ne his­to­ri­sche Grund­la­ge. Ober­fläch­lich betrach­tet wirkt, das Werk wie eine Abrech­nung mit dem Puri­ta­nis­mus, Ryken deckt die tie­fe­re Bot­schaft auf. Ob das auch den heu­ti­gen moder­nen Lesern gelingt?

Ein kleines Jubiläum…

Etwas ver­spä­tet, aber bes­ser als nie:Ein Arti­kel zu einem mehr­fa­chen Jubi­lä­um mei­ner­seits für NIMM-LIES (7 Jah­re, 30-er Geburts­tag & 200-er Arti­kel). Ich möch­te der Fra­ge nach­ge­hen, wie mei­ne Bezie­hung zur (christ­li­chen) Lite­ra­tur ist.

Ausgangslage

Zunächst die Fra­ge: War­um lese ich? In den letz­ten Jah­ren, bin ich von einem rein prag­ma­ti­schen Lesen — Gott sei Dank- immer mehr, wenn auch nicht voll­stän­dig abge­kom­men. Damit mei­ne ich, dass man ein Buch nur ließt, weil gera­de eine The­men­vor­be­rei­tung für eine Bibel­stun­de ansteht, oder man Illus­tra­tio­nen für eine Pre­digt sucht. Immer mehr wird es zu mei­ner Moti­va­ti­on, den bibli­schen Text, oder sogar viel­mehr das Wesen und das Han­deln Got­tes bes­ser zu ver­ste­hen. Und es gibt hier vie­les, was mich irri­tiert, wo mich die Bibel voll­stän­dig über­for­dert, ja scho­ckiert, vie­les scheint super ver­wir­rend zu sein. Ich habe mich per­sön­lich auch bei zu vie­len ille­gi­ti­men Ver­kür­zun­gen im Zugang zum Wort Got­tes erwischt! Das Mot­to „die kon­ser­va­tivst-mög­lichs­te Aus­le­gung wird schon die ech­te sein“ ist ein­fach nicht aus­rei­chend und wird der Bibel nicht gerecht. Somit ergibt sich für mich auch die Lite­ra­tur­wahl: His­to­ri­sches Mate­ri­al, um das Ver­ständ­nis von 2000 Jah­ren Hei­li­gen­ge­schich­te auf­zu­neh­men, wird ergänzt durch Bibel­kun­de, Kom­men­ta­ren und auch sys­te­ma­ti­scher Theo­lo­gie. Was nicht sagen soll, dass ich nicht immer noch ger­ne mal zu einem Klas­si­ker säku­la­rer Lite­ra­tur grei­fe.

Entwicklung

Nur um ein Bei­spiel des­sen zu geben, was mich aktu­ell beschäf­tigt. Immer wie­der fällt es mir schwer das AT zum NT zusam­men­zu­brin­gen. War­um z.B. ist so wenig über das Ewi­ge Leben (und auch die Ewi­ge Ver­damm­nis) im AT zu fin­den. Hier fin­det ja ein schon kras­ser Umbruch im The­ma statt zwi­schen den bei­den Tei­len der Bibel. Auch in Fra­gen der Drei­ei­nig­keit und ihrer Offen­ba­rung im AT habe ich Ver­ständ­nis­pro­ble­me. Nun gibt es hier kei­ne ein­fa­che Abkür­zung. Man wird die Ant­wort nicht durch eine hal­be Stun­de Kon­kor­danz­blät­tern oder Bibel­soft­ware fin­den. Hier ist oft­mals guter Rat teu­er! Mit der Zeit schätzt man immer mehr die Lite­ra­tur­hin­wei­se in Büchern und refe­ren­ziert immer wei­te­re Krei­se um zu einer wirk­lich soli­den Ant­wort vor­zu­drin­gen. Vor allem aber ist man dank­bar für Men­schen, die mit einem guten Wink zur Sei­te ste­hen. Sol­che sind aber wirk­lich schwer auf­zu­fin­den, ich wür­de aktu­ell nur 4 Brü­der nen­nen kön­nen, auf deren Lite­ra­tur­hin­weis ich wirk­lich hören wür­de.

Folgen

Es ist zwar schwie­rig gewe­sen zu guten Ant­wor­ten vor­zu­drin­gen, aber nicht unmög­lich und oft­mals ging es leich­ter als ich dach­te. Ich weiß noch wel­cher Stein mir vom Her­zen fiel, als mir klar war, dass ich einen viel zu unbi­bli­schen Dua­lis­mus im Bezug auf den Men­schen ver­tre­te. Kaum war die­ses Hin­der­nis besei­tigt, wur­den aus vie­len Ver­sen, die ich bis­her als Ankla­ge sah, eine Ver­hei­ßung. Römer 8,1, ein Vers der mich bis­her zu tiefst anklag­te, — wann wan­del­te ich schließ­lich wirk­lich völ­lig nur geist­lich und nicht see­lisch — wur­de zu einer der kost­bars­ten Per­len im Trost­schatz der Bibel für mich!

Über­haupt ist die Ent­wick­lung vor allem eine eini­gen­de. Ich habe mich zu oft dabei erwischt, dass ich Gren­zen und Tren­nun­gen dort ansetz­te, wo kei­ne nötig waren, z.B. auch im Bezug des AT und NT zuein­an­der. Als die­se näher zusam­men­wuch­sen (in mei­nem Geis­te), wur­den vie­le dunk­le Stel­len viel kla­rer. Auch die Beschäf­ti­gung mit der Drei­ei­nig­keit, oder der völ­li­gen Mensch­heit und Gott­heit Jesu, brach­te an vie­len Stel­len Licht.

Kosten

Neben die­sen köst­li­chen Seg­nun­gen gilt es die Kos­ten zu über­schla­gen, und die­se sind zumin­dest für mich teu­er genug. Schon als Kind wur­de man als Bücher­wurm belä­chelt, heu­te ist es aber viel­mehr völ­li­ge Ver­ach­tung. Selbst die nächs­ten Ver­wand­ten schre­cken bereits vor dem Bücher­re­gal zurück, im Bes­ten Fall wird es als unnö­ti­ge Inves­ti­ti­on gewer­tet, im schlimms­ten Fall steht man immer ein biss­chen unter „Ket­zer­ver­dacht“. Im All­ge­mein gilt, dass eigent­lich in der Bibel alles klar sei, man ja nur die Auf­ga­be hät­te, das was man müss­te in die Tat umzu­set­zen, und unse­re „prak­ti­sche“ Zeit sowie­so kei­ne Theo­re­ti­ker braucht. Kurz: Wie man Bücher lesen kann, ohne als ein voll­stän­di­ger Idi­ot zu gel­ten, ist mir völ­lig unklar. Aber am Trau­rigs­ten ist eigent­lich vor allem, dass man kaum einen fin­det, mit dem man mal über das gele­se­ne reden und nach­den­ken kann. Der Prag­ma­tis­mus vor allem kon­ser­va­ti­ver Evan­ge­li­ka­ler belas­tet mich hier schon oft sehr. Ins­ge­samt ist es aber ein Preis, denn es sich zu zah­len lohnt. Neben die­sen äuße­ren Pro­ble­men liegt noch die inne­re Span­nung der Prio­ri­tä­ten (Fami­lie, Gemein­de, Nächs­ten­lie­be) vor. Hier ist Weis­heit nötig, die mir oft man­gelt. Neben die­sen Kos­ten gilt es natür­lich auch Zeit zu fin­den, was aber durch­aus posi­ti­ve Fol­gen hat, denn ich den­ke es ist es wert auf die ein oder ande­re Fete, auf den ein oder ande­ren Film oder eine ande­re Frei­zeit­be­schäf­ti­gung um eines Buches wil­len zu ver­zich­ten.

Gefahren

Ich erken­ne in mir die Gefahr, mich über die Gleich­gül­tig­keit ande­rer oft­mals in unnö­ti­gen Maße auf­zu­re­gen. Eine Lösung dafür habe ich noch nicht gefun­den.

Viel schlim­mer ist jedoch die Gefahr des Rela­ti­vis­mus. Man könn­te geneigt sein, dass Autor A die Posi­ti­on X ja ganz gut dar­stell­te, wäh­rend B die Posi­ti­on X völ­lig ent­ge­gen­ge­setzt schil­der­te, aber auch mit guten Argu­men­ten. Die Wahr­heit sei ent­spre­chend ent­we­der gar nicht oder irgend­wo in einer mys­ti­schen Mit­te, die aber nie zu tref­fen sei, zu fin­den. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob der Scha­den hier vom vie­len Bücher­ma­chen her­rührt, oder von einer all­ge­mein sehr gleich­gül­ti­gen und oppor­tu­nis­ti­schen Hal­tung gegen­über Wahr­heit her­rührt.

Hier sehe ich auch den Anschluss­punkt zu mei­nem Aus­gangs­punkt. Jesus ist die Wahr­heit! Natür­lich wer­de ich Jesus nie ganz erfas­sen, und doch kann ich mehr von ihm ler­nen. Dabei wer­de ich und muss ich mich kor­ri­gie­ren las­sen, den ein wei­ter Blick zeigt mir eine neue Facet­te ein neu­es Detail die­ser Wahr­heit. Die alten Bekennt­nis­se haben die­ses Krei­sen um die Wahr­heit in Chris­tus immer wie­der wun­der­bar auf den Punkt gebracht.

Hier sehe ich auch mei­ne Mis­si­on in der Mit­ar­beit für NIMM-LIES: Auf Chris­tus hin­wei­sen, mei­ne Neu­ent­de­ckun­gen in sei­nem Wesen, sei­nem Han­deln, sei­nen Ämtern und sei­nem Rat­schluss hin­zu­wei­sen.

Einschätzung und Appell

Wenn ich auf mei­ne 200 Arti­kel zurück bli­cke, dann bin ich eher scho­ckiert davon, dass mir wirk­lich gute Rezen­sio­nen eher sel­ten gelan­gen. Ich hal­te mich für kei­nen guten Rezen­sen­ten, aber ich habe die Arbeit gemacht. Das sehe ich als Appell an unse­re Leser! Unter­stützt uns, schickt uns eure Rezen­sio­nen! Schreibt sel­ber wel­che bei Ama­zon! Je mehr gutes Mate­ri­al im Web, des­to bes­ser. Per­sön­lich aber pro­fi­tier­te ich sehr. Schrei­ben ist unglaub­lich för­der­lich. Gedan­ken auf Papier zu brin­gen, her­aus­for­dernd. Es erhöht die Selbst­kri­tik und den Blick auf die Sachen und hat schließ­lich den posi­ti­ven Effekt eines abschlie­ßen­den Buch­re­views.

 

 

 

 

 

 

Rahda-Station

Wertvoller Blog von wertvollen Botschaftern Christi!

Bildergebnis für albanien tirana

„Seit Okto­ber 2013 leben wir mit unsern drei Kin­dern in einer klei­nen Stadt im Nor­den von Alba­ni­en. Wir lei­ten ein Team, das sich zum Ziel gesetzt hat, in die­ser Stadt Gemein­de Jesu zu grün­den.  Was uns antreibt ist das, was Jesus sei­nen Jün­gern als Auf­trag hin­ter­las­sen hat:

 „Mir ist gege­ben alle Macht im Him­mel und auf der Erde. Dar­um geht zu allen Völ­kern und macht die Men­schen zu mei­nen Jün­gern.“ (Mat­thä­us 28,18 – 19)

Die­ser Auf­for­de­rung sind wir gefolgt, als wir uns auf den Weg gemacht haben. Und jeden Tag wol­len wir die­sen Auf­trag neu ins Auge fas­sen.

Neben die­sem über­ra­gen­den Anlie­gen, Gemein­de zu grün­den und Jün­ger zu machen, wol­len wir als Team den Men­schen natür­lich auch prak­tisch hel­fen.“ — Rahel und Dan­ny von Rah­da-Sta­ti­on

Das ist doch mal eine schö­ne Web­sei­te! Aber das Mate­ri­al hat mir viel mehr gefal­len. Wo fin­det sich sonst noch eine Web­sei­te, wel­che die mis­sio­na­ri­sche Arbeit einer Fami­lie, möch­te sagen Groß­fa­mi­lie, in Alba­ni­en schil­dert.

Da fin­den sich zunächst zahl­rei­che Pre­dig­ten von Dan­ny. Was hier beein­druckt ist der Wunsch am bibli­schen Text ent­lang zu pre­di­gen. Zudem schrei­ben in die­sem Blog bei­de im regel­mä­ßi­gem Abstand. Rahel bezeugt von sich selbst: „Ich bin ger­ne Mama. Den­noch hat mich bis­her auch nichts so sehr her­aus­ge­for­dert, wie die­se Tat­sa­che. Ich bin ger­ne Mama, nicht nur, weil ich mei­ne Kin­der über alles lie­be, son­dern auch, weil mich die­se täg­li­che Her­aus­for­de­rung näher zu Jesus bringt! Auch ist das Leben in einer frem­den Kul­tur nicht immer leicht und manch­mal feh­len mir mei­ne Fami­lie und mei­ne Freun­din­nen.“ Dabei lei­det Dan­ny an MS! Den­noch wagt die Fami­lie muti­ge Glau­bens­schrit­te. Das ist eine gro­ße Ermu­ti­gung auch für uns als Fami­lie, die wir auch das vier­te Kind erwar­ten. Wir leben zwar in einer christ­li­chen Sub­kul­tur, in der man nach außen hin „Ja zu Kin­dern“ sagt, aber die­se Offen­heit für eine Groß­fa­mi­lie vom eis­kal­ten Nomi­na­lis­mus geprägt ist. Lesens­wert ist auch die regel­mä­ßi­ge Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Islam, ein The­ma, das für uns in Deutsch­land nur an Bedeu­tung zuneh­men wird.

Vie­len Dank Dan­ny und Rahel, dass ihr Ein­blick in eure Arbeit und in eure Nach­fol­ge Chris­ti gewährt!

Eini­ge lesens­wer­te Arti­kel:

Calvins Urteile über Luther

Eine Ausarbeitung von Dr. Adolf Zahn

„Luther schreibt irgend­wo selbst über sich so: ob ich woll­te oder nicht woll­te, es zwan­gen mich mei­ne Fein­de, täg­lich wei­ser zu wer­den. Sehr wahr sagt er das. Wie ein Stein so haben sie sei­nen Geist geschärft. Noch ver­sun­ken in jenen tie­fen Fins­ter­nis­sen, von wel­chen fast der gan­ze Erd­kreis ver­schlun­gen war, als er einen Fun­ken aus enger Rit­ze her­vor­glän­zen sah, wag­te er es, ihm zu nahen.“ (Cal­vin an Pig­hi­us, S.5))

Neben all dem sorg­fäl­tig auf­be­rei­te­ten Mate­ri­al, dass Licht und Recht lie­fert, fin­det sich auch eine Aus­ar­bei­tung über Cal­vins Aus­sa­gen und Stel­lung­nah­men über Luther von Dr. A. Zahn. Aus die­sem Werk habe ich auch erfah­ren, dass Cal­vin tat­säch­lich einen Brief an Luther rich­te­te, mit der Bit­te fran­zö­si­cher Pfar­rer, bei einer Gewis­sens­ent­schei­dung zu ver­mit­teln. Immer wie­der über­rascht die hohe Ehr­er­bie­tung die Cal­vin gegen­über Luther bringt. Lei­der hat Luther jedoch die­sen Brief nie erhal­ten, da Cal­vin einen wei­te­ren an Melan­ch­ton mit der Bit­te rich­te­te, er möge ent­schei­den ob Luther gera­de für den Brief emp­fäng­lich sei. Wie zu erwar­ten, han­del­te Melan­ch­ton vor­sich­tig.

Über­schwäng­li­che „Luther­fans“ mein­ten „Luther „wäre der letz­te Eli­as, von dem Maleachi geweis­sagt habe, mit wel­cher Lüge man eben­so den Namen Luthers befleckt, wie die Ägyp­ter den Leich­nam und das Grab des Jere­mi­as durch ihre Anbe­tung. Gott kön­ne noch einen vor­treff­li­che­ren als Luther oder doch einen ihm glei­chen erwe­cken. Got­tes Schät­ze sei­en nicht in einer Per­son erschöpft, daß nicht ein Ähn­li­cher aus sei­nem uner­meß­li­chen und unbe­greif­li­chen Quell her­vor­ge­hen kön­ne.“ (S. 9)

Ins­ge­samt eine sehr aus­ge­wo­ge­ne und wohl­ge­son­ne­ne Sicht auf den Refor­ma­tor, selbst mit­ten im wüs­ten Abend­mahl­streit schreibt Cal­vin an Bul­lin­ger:

Ich wün­sche aber, daß Fol­gen­des Euch recht ein­leuch­te: Erst­lich, was Luther für ein gro­ßer Mann ist; wel­che außer­or­dent­li­che Gaben ihn aus­zeich­nen, und mit wel­cher See­len­kraft und Beharr­lich­keit, mit wel­cher Geschick­lich­keit er bis auf die­sen Tag durch sei­ne Leh­re so glück­lich gekämpft hat, um das Reich des Anti­christs zu stür­zen, und zugleich be-müht gewe­sen ist, die Leh­re des Heils zu ver­brei­ten. Ich habe schon oft gesagt, daß, wenn er mich auch einen Teu­fel schel­ten soll­te, ich ihn doch immer ehren­voll als einen außer­or­dent­li­chen Die­ner Got­tes aner­ken­nen wür­de, der frei­lich, so wie er mit außer­or­dent­li­chen Tugen­den begabt ist, auch gro­ße Feh­ler an sich trägt. (S. 13)

Ein klei­nes Werk, wel­ches ich ger­ne las und ein guter Bau­stein im Bereich Refor­ma­ti­ons­ge­schich­te ist. Kos­ten­frei und her­vor­ra­gend auf­ge­ar­bei­tet bei Licht und Recht. Eine gute Zusam­men­fas­sung der Bezie­hung Cal­vins über Luther lie­fert Han­ni­el Stre­bel.

Ver­glei­che auch die Brie­fe Mar­tin Luthers.

Alle meine Lieben – und mein „Liebstes“

Meine Bibelsoftware-Geschichte

Ein Gast­ar­ti­kel von Peter Eng­ler

Eigent­lich kom­me ich mehr von der ana­lo­gen Schie­ne her. Das gedruck­te Wort und der bestän­di­ge Umgang mit ihm sind mir sehr wich­tig. Den­noch habe ich Bibel­stu­di­um durch die Jah­re hin­durch auch digi­tal betrie­ben. Und ich habe die Logos Bible Soft­ware gekauft, um mei­ne digi­ta­len Bibel­stu­di­en zu ver­ein­heit­li­chen.

Aber ich stel­le fest: Sie sind immer noch da – die ande­ren Bibel­pro­gram­me, die sich im Lauf der Jah­re auf mei­ner Fest­plat­te ange­sam­melt haben. Eini­ge davon woll­te ich end­lich los­wer­den und löschen – konn­te mich  aber – aus Nost­al­gie- und ande­ren Grün­den – doch noch nicht so recht dazu durch­rin­gen.

Doch was unter­schei­det die­se Pro­gram­me von Logos? Und war­um kann ich pro­blem­los zuge­ben, dass Logos mit wei­tem Abstand vor allen die­sen Pro­gram­men liegt? Dazu hier etwas mehr. Doch der Rei­he nach – dabei das Neu­es­te zuerst: Wei­ter­le­sen

„Lerne Christus, und zwar den Gekreuzigten“

Einblicke in Luthers Briefe

Zahl­reich sind die Brie­fe Luthers, die zu einem beacht­li­chen Teil auch noch erhal­ten sind. Hier eini­ge Kost­pro­ben.

  • 8 April 1516 an Georg Spen­lein. Ein Trost­brief an einen Bru­der:

Daher, mein lie­ber Bru­der, ler­ne Chris­tus, und zwar den gekreu­zig­ten, ler­ne ihm zu sin­gen und an Dir selbst ver­zwei­felnd zu ihm zu spre­chen: Du, Herr Jesus, bist mei­ne Gerech­tig­keit, ich aber bin dei­ne­Sün­de; du hast das Mei­ne auf dich genom­men und mir das Dei­ne gege­ben; du hast ange­nom­men, was du nicht warst, und mir gege­ben, was ich nicht war. Hüte Dich, daß Du nie­mals nach einer so gro­ßen Rein­heit trach­test, daß Du Dir nicht als Sün­der erschei­nen oder gar kein Sün­der sein willst. Denn Chris­tus wohnt nur in Sün­dern.

 

  •  31. Okto­ber 1517 an Erz­bi­schof Albrecht von Mainz. Beküm­mert über den Zustand des Evan­ge­li­ums (Am sel­ben Tag wie der The­sen­an­schlag. Inhalt deu­tet Pro­gramm der Refor­ma­ti­on bereits an):

So sind auch die Wer­ke der Fröm­mig­keit und Nächs­ten­lie­be unend­lich viel bes­ser als der Ablaß. Und doch wer­den die­se weder mit gro­ßer Pracht noch mit so gro­ßem Eifer gepre­digt. Ja, sie müs­sen schwei­gen, damit der Ablaß gepre­digt wer­den kann, wäh­rend doch das aller Bischö­fe vor­nehm­lichs­tes und ein­zi­ges Amt sein soll­te, daß das Volk das Evan­ge­li­um und die Lie­be Chris­ti ler­ne. Denn nir­gend­wo hat Chris­tus befoh­len, den Ablaß zu pre­di­gen. Aber das Evan­ge­li­um zu pre­di­gen hat er nach­drück­lich befoh­len. Wie groß ist daher der Greu­el, wie groß die Gefahr für einen Bischof, der – wäh­rend das Evan­ge­li­um ver­stummt – nichts ande­res als das Ablaß­ge­schrei unter sein Volk zu brin­gen gestat­tet und sich um die­ses mehr als um das Evan­ge­li­um küm­mert!

 

  • Anfang Novem­ber 1517 an Kur­fürst Fried­rich den Wei­sen. Als Bett­ler um ein Gewand bit­tend (Luther leb­te vor allem bis zur Ehe­schlie­ßung äußerst arm­se­lig):

Gnä­digs­ter Herr und Fürst! Wie mir E.F.G. im vori­gen Jahr durch den Hirschfeld40 zusag­ten, ein neu Kleid zu geben, so kom­me ich nun und bit­te E.F.G., des­sel­ben ein­ge­denk zu sein …

 

  • 14 Dezem­ber 1518 an Johan­nes Reuch­lin. Dank­bar für das Werk, dass Gott wirkt (Reuch­lin ver­fass­te unter schwers­ten Wider­stän­den ein Lehr­buch für Hebrä­isch):

Das hat der Herr durch Dich gewirkt, daß die­ser Teu­fel unter den Sophis­ten end­lich ein­mal lernt, den rech­ten Stu­di­en der Theo­lo­gie behut­sa­mer und gelin­der zu wider­ste­hen, und Deutsch­land anfängt auf­zu­at­men, nach­dem die Leh­re der Schrift lei­der so vie­le Jahr­hun­der­te nicht bloß unter­drückt, son­dern viel­mehr aus­ge­löscht war. Die­ser Anfang in den so schö­nen Stu­di­en durf­te nicht durch einen Men­schen von gerin­gem Anse­hen gemacht wer­den.

 

  • Am 17. April 1521 an Johan­nes Cuspi­nia­nus. (Zwi­schen den bei­den Pro­zess­ta­gen vor dem Kai­ser und der end­gül­ti­gen Wei­ge­rung sei­ne Wer­ke zu wider­ru­fen):

Aber ich wer­de auch nicht einen Buch­sta­ben wider­ru­fen, wenn Chris­tus mir gnä­dig ist.

 

  • Am 28 April 1521 an Lukas Cra­nach. Ein Kom­men­tar über den Reichs­tag zu Worms:

Man hat sich mei­ner Ankunft zu Worms nicht ver­se­hen, und wie mir das Geleit gehal­ten ist, wis­set Ihr alle wohl aus dem Ver­bot, das mir ent­ge­gen kam. Ich mein­te, Kai­ser­li­che Majes­tät soll­te einen Dok­tor oder fünf­zig ver­sam­melt und den Mönch red­lich über­wun­den haben. So (aber) ist nicht mehr hier ver­han­delt wor­den als so viel: Sind die Bücher dein? Ja. Willst du sie wider­ru­fen oder nicht? Nein. So hebe dich (von dan­nen). O, wir blin­den Deut­schen, wie kin­disch han­deln wir und las­sen uns so jäm­mer­lich von den Roma­nis­ten äffen und nar­ren!

 

Alle Zita­te aus:
Mar­tin Luther: 1516. Mar­tin Luther: Gesam­mel­te Wer­ke, Ab  S. 7071
(vgl. Luther-W Bd. 10, S. 14) © Van­den­hoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm

Lesen?

Lesen!

Lesen (Alltag aus christlicher Weltsicht, Band 3)Jeder, der etwas über das The­ma „Lesen“ ler­nen möch­te, hat man mit Han­ni­el Stre­bel einen geeig­ne­ten Lehr­meis­ter gefun­den. Bereits fast 700 Rezen­sio­nen fin­den sich von ihm auf Amazon.de, zumeist über Bücher! Ent­spre­chend pas­send wur­de nun in der Rei­he „All­tag aus christ­li­cher Welt­sicht“ das The­ma Lesen vom lang­jäh­ri­gen Blog­ger bespro­chen.  Nun, bereits der Unter­ti­tel ist Pro­gramm: Ist Lesen wirk­lich noch All­tag? Hat Lesen gegen die Dau­er-Berie­se­lung „beweg­li­cher Medi­en“ noch eine Chan­ce. Der Autor setzt dem ent­ge­gen, dass wir mehr­fach auf­ge­ru­fen wer­den, Gott auch mit dem Ver­stand zu lie­ben!

Ich gehe von einem per­sön­lich-unend­li­chen Gott aus. Das heißt: Er ist Per­son und sucht die Bezie­hung zu mir als Mensch. Und er ist gleich­zei­tig unend­lich erhaben.Unser Den­ken ist kein Selbst­zweck, son­dern Mit­tel, um Gott und Men­schen zu lie­ben. Gott mit dem Ver­stand zu lie­ben bedeu­tet, die Fül­le des von Gott geschenk­ten Reich­tums wahr­zu­neh­men und aus­zu­drü­cken. Eine wich­ti­ge Art um zu den­ken geschieht durch Lesen. Wer liest, muss den­ken. (Kap.2)

Dabei geht es nie dar­um, blo­ße Daten zu sam­meln, son­dern, wie es der Autor nennt, dar­um „ein Buch zu erobern“ und in „einem Buch leben“. Das erfor­dert Selbst­dis­zi­plin. Han­ni­el führt nun zahl­rei­che Hin­wei­se auf, wie er Zugän­ge auch zu schwie­ri­gen Wer­ken fin­det — so nimmt er z.B. zunächst Inhalts­ver­zeich­nis, Ein­lei­tung und Lite­ra­tur­ver­zeich­nis­se ins Blick­feld und beharrt kon­sis­tent an einem per­sön­li­chen Mar­kie­rungs­sys­tem. Noti­zen wer­den zen­tral in einem Notiz­block gesam­melt.

Ich tei­le die Mei­nung des Autors, dass auch Hören eine Art des Lesens dar­stellt. Hör­bü­cher bie­ten eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit, sich z.B. beim Auto­fah­ren zu erbau­en. Durch E-Reader ergibt sich zu dem die Mög­lich­keit ent­we­der ver­güns­tigt oder gar voll­stän­dig kos­ten­frei an gute Lite­ra­tur zu gelan­gen. Ins­ge­samt wird klar: Lesen ist an vie­len Orten und mit unter­schied­lichs­ten Mit­teln mög­lich.

Nicht jedes Buch muss zu Ende gele­sen wer­den. Ich tei­le die Beob­ach­tung des Autors:

Eini­ge Bücher lese ich ohne bestimm­te zeit­li­che Vor­ga­ben. Nach einer gewis­sen Anzahl Sei­ten (oft­mals sind es 100 bis 150) lässt mein Inter­es­se plötz­lich nach. Ich ken­ne nur zwei Grün­de ein Buch ganz zu lesen: Ich will den gan­zen Inhalt unbe­dingt erfas­sen und/oder es packt mich ein­fach. Vie­le Auto­ren begin­nen sich zu wie­der­ho­len. Da muss ich nicht jede Wen­dung mit­ma­chen bis zum Ende.

Rezen­siert man ein gutes Werk pro­fi­tiert man auch als Leser dadurch, dass man gera­de­zu gezwun­gen ist, den Inhalt zu wie­der­ho­len.  — Liest man viel, drängt es sich bereits von allei­ne an, sich an ein Gesamt­werk zu wagen. Hier hat Han­ni­el hilf­rei­che Hin­wei­se gesam­melt:

Lies die 1 — 3 wich­tigs­ten Wer­ke jähr­lich. Besor­ge dir dafür jeweils ein neu­es Exem­plar, in dem du wich­ti­ge Erkennt­nis­se und Stel­len mar­kierst.

  1. Keh­re immer wie­der zu wich­ti­gen Pas­sa­gen zurück. Lies sie lang­sam, lies sie laut. Gehe dazu an schö­ne Orte, wo sich die Din­ge bes­ser ein­prä­gen.

  2. Lies alle Bio­gra­fi­en, derer du hab­haft wer­den kannst. Stel­le mit Infor­ma­tio­nen, die dir wich­tig erschei­nen, ein Doku­ment zusam­men, das du fort­lau­fend erwei­terst.

  3. Notie­re dir alle Namen, die sich mit der Per­son inten­siv aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Suche nach Sekun­där­wer­ken und Arti­keln in Zeit­schrif­ten. Oft­mals sind sie irgend­wo online erhält­lich (archive.org).

  4. Samm­le Dis­ser­ta­tio­nen, die über die Jahr­zehn­te ent­stan­den sind. Eini­ge wirst du nur in Biblio­the­ken oder über die Biblio­the­ka­re bekom­men (die sie evtl. ein­ge­scannt haben).

  5. Lege dir eine Abla­ge mit Zita­ten an. Ver­giss nicht die genaue Quel­len­an­ga­be.

  6. Lege dir eine Abla­ge mit Ide­en für Auf­sät­ze an.

  7. Lege dir eine Lis­te mit inter­es­san­ten Aus­le­gun­gen von Bibel­stel­len an.

  8. Lege dir eine Lis­te mit umstrit­te­nen Thesen/Aussagen an. (…)

Fast auto­ma­tisch ent­steht neben­bei eine Biblio­thek. Klar ist, die Biblio­thek soll­te in die Brei­te (the­ma­tisch) gehen, aber auch in die Tie­fe. Nicht von allem etwas haben, son­dern wich­ti­ge Kern­punk­te, die man soli­de immer wei­ter aus­baut. Han­ni­el führt zahl­rei­che Auto­ren auf, die ihn per­sön­lich präg­ten.

Beson­ders dank­bar bin ich schließ­lich für das muti­ge und nöti­ge The­ma: „Die Bibel lesen“. Was für das Lesen von Lite­ra­tur gilt, gilt umso mehr für das Lesen der Bibel. Hier ist nicht nur Spaß ange­sagt, son­dern oft­mals har­te Arbeit! Kei­nes­falls soll­te man auf­hö­ren oder die Auf­ga­be an die Gemein­de dele­gie­ren.

Wozu sol­len wir die Bibel lesen? (…) Die pla­ka­ti­ve Ant­wort lau­tet: Ohne Erkennt­nis Got­tes ver­fällt eine Fami­lie.

Abge­schlos­sen wird das Werk mit zahl­rei­chen Hin­wei­sen wie man Kin­der (Jungs) an das The­ma Lesen her­an­führt

Dem Autor bin ich per­sön­lich zu Dank ver­pflich­tet, ermu­tig­te er mich doch viel­fach zum Lesen von anspruchs­vol­ler Lite­ra­tur! Das Buch ist für 3,99EUR als e-Book bei ceBooks.de erhält­lich und ist Teil eines Fünf­tei­lers: „All­tag aus christ­li­cher Welt­sicht“.

Auch lesens­wert: 10+1 Fra­gen an Han­ni­el Stre­bel.

 

 

Licht und Recht

Riesiges Archiv reformierter Literatur aus Deutschland

Bildergebnis für kohlbrüggeEher zufäl­lig bin ich über die­se wun­der­ba­re und lie­be­voll zusam­men­ge­stell­te Samm­lung an refor­mier­ter Lite­ra­tur aus deut­schen Krei­sen des 19ten Jahr­hun­derts gesto­ßen. Gibt es wirk­lich Zufäl­le, ich mei­ne natür­lich, dass Gott es so führ­te und mich reich beschenk­te mit die­sem guten Mate­ri­al! Andre­as Gram­lich, von dem auf Theo­Blog ein umfang­rei­ches Inter­view zu fin­den ist, sam­mel­te und berei­te­te Unmen­gen an hilf­rei­chem Mate­ri­al von H.F. Kohl­brüg­ge, Adolf Zahn, J. Wichel­haus, Edu­ard Böhl und vie­len wei­te­ren Refor­mier­ten Theo­lo­gen auf.

Eine klei­ne Aus­wahl:

Ich habe mich gleich ins Lesen gestürzt. Vor allem die Chris­to­lo­gie in Böhls Dog­ma­tik beein­druck­te mich sehr. Dar­über erfolgt hier dem­nächst ein eige­ner Bei­trag.