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Unter den Lisu

Leben und Werk von Isobel Kuhn

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Die Bedeu­tung von James Fra­ser und der Fami­lie Kuhn für die christ­li­che Mis­si­on unter den Lisu, einer eth­ni­schen Min­der­heit am süd­west­li­chen Ran­de kann nicht hoch genug bewer­tet wer­den. Heu­te ver­dankt das Lisu-Volk sei­ne Schrift dem Ein­satz von James Fra­ser. Ja viel mehr, selbst die chi­ne­si­sche Regie­rung gibt das Chris­ten­tum als „Staats­re­li­gi­on“ die­ser Pro­vinz an. Wie eine anti­christ­li­che Far­ce liest sich hier der deut­sche Arti­kel über das Lisu-Volk. Was heu­te so brei­te Bah­nen schlägt fing mehr als pri­mi­tiv mit dem Werk von James Fra­ser an und wur­de durch das Ehe­paar Kuhn fort­ge­setzt. Iso­bel wur­de 1901 in einer christ­li­chen Fami­lie gebo­ren. Ihr Vater bete­te zwar bereits am Kin­der­bett dafür, dass sei­ne Toch­ter Mis­sio­na­rin wird, und die Mut­ter lei­te­te einen Unter­stüt­zer­kreis für Mis­si­on, den­noch woll­te es die Fami­lie alles ande­re als akzep­tie­ren, als Iso­bel (auch „Bel­le“ genannt) ihre Ent­schei­dung mit­teil­te, dass sie ihr Leben der Mis­si­on in Chi­na geweiht habe. „Das wirst du nur über mei­ne Lei­che tun“, war die Reak­ti­on ihrer Mut­ter. Zunächst war Iso­bel ent­setzt und doch befand sie sich hier nur mit­ten in der Schu­le Got­tes, der sie Schritt für Schritt füh­ren soll­te. Zunächst in das Moo­dy Semi­na­ry, wel­ches sie mit Bra­vour abschloß. Doch hier kam eine kla­re Absa­ge vom Mis­si­ons­board: Iso­bel sei für den Dienst in Chi­na nicht geeig­net und kann kei­nes­falls akzep­tiert wer­den! Die Ursa­che lag dar­in, dass einer der um per­sön­li­che Emp­feh­lung gebe­te­nen Review­er sich in den deut­lichs­ten Tönen gegen Iso­bel aus­sprach: Sie sei unge­hor­sam, stolz und rebel­lisch. Doch auch hier her­aus führ­te Gott Iso­bel wun­der­bar her­aus, und die­se Erfah­rung liess sie nur wei­ter in den Dienst rei­fen. Über­haupt ist das The­ma des Wach­sens in den Wil­len Got­tes hin­ein ein zen­tra­ler Kern im Leben Iso­bels. Selbst als ihr zwei­tes Kind als eine Fehl­ge­burt stirbt, beugt sich Iso­bel dem Wil­len Got­tes. Schließ­lich aber fin­det eine Erwe­ckung durch eine Bibel­schu­le unter den Lisu statt, die immer in der Regen­zeit statt­fin­det. In die­ser Zeit haben die Bau­ern viel Freie Zeit und neh­men das Evan­ge­li­um gera­de­zu gie­rig auf. Von Jahr zu Jahr neh­men immer mehr Chris­ten der Lisu teil, die bald schon so weit sind, das Evan­ge­li­um in die nächs­ten Orte zu tra­gen. Schon bald ist auch das voll­stän­di­ge Neue Tes­ta­ment in der Lisu Spra­che vor­han­den. Doch hier geht der Dienst von Iso­bel auch bald zu Ende. Sie erkrankt an Krebs, an dem sie mit 55 Jah­ren stirbt. Das Werk von Fam. Kuhn und James Fra­ser lebt aber wei­ter: Heu­te geht man davon aus, dass über 90% der ca. 1 Mil­li­on Lisu Chris­ten sind. Zudem ver­fü­gen sie über die Mög­lich­keit ihre Spra­che in Schrift fest­zu­hal­ten.

Fas­zi­niert las ich über Iso­bel Kuhn in Chris­ti­an Heroes Then & Now. Emp­feh­lens­wert sind auch ihre auto­bio­gra­phi­schen Schrif­ten.

Tipp: Albrecht Dürer (Helmut Ludwig)

Maler und Christ

Albrecht Dürer (1471−1528) ent­stamm­te einer kin­der­rei­chen Fami­lie, er war das drit­te von acht­zehn Kin­dern. Bereits mit fünf­zehn Jah­ren war er so sehr vom Zeich­nen und Malen fas­zi­niert, dass sein Vater ihn in eine Meis­ter­leh­re gab. So kam der jun­ge Dürer zu Micha­el Wol­ge­mut, um Tech­nik, Stil und Kunst des Malens zu ler­nen.

1490 began­nen sei­ne Wan­der­jah­re. Der Maler deut­scher Fröm­mig­keit ist viel in der Welt her­um­ge­kom­men. Ita­li­en und die Nie­der­lan­de mit ihren pro­fi­lier­ten Ver­tre­tern der Kunst haben ihn beson­ders ange­zo­gen und berei­chert. Dass der berühmt gewor­de­ne und aus der deut­schen Kunst­ge­schich­te nicht mehr weg­zu­den­ken­de Künst­ler ein demü­ti­ger und glau­ben­der Mensch war, dass er mit bren­nen­dem Her­zen die Ereig­nis­se der refor­ma­to­ri­schen Bewe­gung ver­folg­te, ist nicht all­ge­mein bekannt.

So will die­ses eBook vom Leben und Schaf­fen Albrecht Dürers Zeit, Werk und Per­sön­lich­keit eines begna­de­ten Künst­lers erschlie­ßen.

eBook 2,99 EUR, ePub/Mobi, erhält­lich bei: ceBooks.de

Tipp: Meinst du noch oder glaubst du schon?

Gute Gründe für deinen Glauben

Der aus Eng­land stam­men­de Autor Phil­ipp Nunn hat 15 Jah­re in Kolum­bi­en gelehrt und war in der Gemein­de­grün­dungs­ar­beit aktiv. Heu­te lebt er mit sei­ner Fami­lie in den Nie­der­lan­den.

Phil­ipp Nunn geht in die­sem Buch der Fra­ge nach, ob das (bibli­sche) Chris­ten­tum sinn­voll und „ver­nünf­tig“ ist. Dabei geht er auf die bei­den vor­herr­schen­den Denk­an­sät­ze der meis­ten Men­schen ein. Der moder­ne Ansatz, bei dem es vor allem um die Fra­ge geht, „ob das Chris­ten­tum in sich schlüs­sig, ratio­nal und wahr ist“. Und die post­mo­der­ne Anschau­ung, bei der es eher dar­um geht, ob das Chris­ten­tum sich „rich­tig anfühlt“ und „es funk­tio­niert“.

Phil­ipp Nunn ver­mei­det es, schwie­ri­ge Fra­gen mit simp­len Ant­wor­ten abzu­tun und bie­tet statt­des­sen einen bibli­schen Denk­rah­men an. Anhand von Hin­wei­sen beschreibt der Autor in sach­li­chem Ton und kla­rer Spra­che, dass es sehr gute Grün­de für den christ­li­chen Glau­ben gibt. Die­ses Buch ist beson­ders für jun­ge Leu­te mit christ­li­chem Hin­ter­grund geeig­net, und lässt sich gewinn­brin­gend von Älte­ren lesen, da es auf eine betont jugend­li­che Spra­che ver­zich­tet.

Meinst du noch oder glaubst du schon?, Phi­lip Nunn, 152 Sei­ten, Christ­li­che Ver­lags­ge­sell­schaft, Dil­len­burg, 3,90 EUR

Verlosung: Tumor, Stärke, Glück

3 Medien-Pakete

Drei ver­schie­de­ne Bücher ver­lo­sen wir die­se Woche. Ein Buch einer Mut­ter über die letz­ten Jah­ren ihres krebs­kran­ken Soh­nes: Ich habe einen Tumor, Mama! von Maria Horn­ba­cher. Dann einen Rat­ge­ber für Jun­gen ab zir­ka 12 Jah­ren von Peter & Alex­an­dra P. König: Echt stark! Rat­ge­ber für Jun­gen. Und zuletzt eine Vor­trags-CD von Ulla Büh­ne: Die ver­zwei­fel­te Suche nach Glück.

Ich habe einen Tumor, Mama!, Maria Horn­ba­cher, Lebens­quel­le Ver­lag, 2012

Mit 18 Jah­ren haben die meis­ten Jugend­li­chen einen Füh­rer­schein gemacht, ste­cken mit­ten in einer Aus­bil­dung und berei­ten sich auf das selbst­stän­di­ge Leben vor. Anders war es bei Dani­el Horn­ba­cher. Mit 15 Jah­ren wur­de bei ihm Krebs an der Hüf­te fest­ge­stellt. Es folg­ten drei Jah­re mit Höhen und Tie­fen. Zwi­schen den vie­len Kran­ken­haus­auf­ent­hal­ten gab es unver­gess­li­che Höhe­punk­te. Als für ihn fest­stand, dass sein Leben auf die­ser Erde sich dem Ende neigt, war er fest davon über­zeugt, dass es für ihn nach dem Tod in der Herr­lich­keit bei Gott ewig wei­ter­ge­hen  wür­de. Dani­els Mut­ter erzählt in die­sem Buch ein­fühl­sam und ehr­lich, wie sie die­se schwe­re Zeit mit ihrem Sohn erleb­te.

Echt stark! Rat­ge­ber für Jun­gen, Peter & Alex­an­dra P. König, Edi­ti­on Nehemia, 2014

Hast du dir auch schon ein­mal Gedan­ken über Freund­schaf­ten zwi­schen Jun­gen und Mäd­chen gemacht?
Möch­test du wis­sen, was die Bibel dar­über sagt?
In die­sem Büch­lein fin­dest du zeit­lo­se Ant­wor­ten und vie­le prak­ti­sche Rat­schlä­ge, wie du Got­tes Anwei­sun­gen zu die­sem The­ma auf dein Leben anwen­den kannst.

Die ver­zwei­fel­te Suche nach Glück, Ulla Büh­ne, CD, leseplatz.de, 2011

Es soll­te der Höhe­punkt eines Segel­törns rund um die Welt und die Erfül­lung eines lang geheg­ten Trau­mes wer­den. Doch am Ende fand Ste­fan Ramin bei sei­ner lan­gen Suche nach dem Glück den Tod.
Die­se ver­zwei­fel­te Suche nach Glück, die Sehn­sucht nach unsterb­li­cher Lie­be, die Hoff­nung, end­lich „nach Hau­se“ zu kom­men, Gebor­gen­heit und Treue zu fin­den — die­se Sehn­sucht steckt in jedem von uns. Gibt es über­haupt ein Erfolgs-Rezept zum Glück­lich­sein? Gibt es bedin­gungs­lo­se Lie­be, die für immer hält? Gibt es Gebor­gen­heit der See­le?

Teil­nah­me­be­din­gun­gen:

  1. Beant­wor­te die fol­gen­de Fra­ge: Was war dei­ne letz­te Buch/e­Book-Anschaf­fung?
  2. Unter allen Ant­wor­ten wer­den drei Pake­te mit je drei Arti­keln ver­lost.
  3. Teil­nah­me­schluss: 05. Juli 2019, 23.59 Uhr
  4. Ver­sen­dung kann nur an deut­sche Adres­sen erfol­gen.

Los geht’s! Die Ver­lo­sung hat hier­mit begon­nen.

Tipp: Wie der Herr mich führte

William MacDonald erzählt aus seinem reichen Leben

Es ist bemer­kens­wert, wie wenig bekannt der 2007 ver­stor­be­ne Bibel­leh­rer Wil­liam Mac­Do­nald außer­halb kon­ser­va­tiv-evan­ge­li­ka­ler Gemein­den geblie­ben ist. Er war ein Mann der lei­sen Wor­te, fest in Got­tes Wort gegrün­det und wenig hoch­tra­bend in sei­nen Aus­le­gun­gen und Erklä­run­gen. Das mach­te ihn in vie­len Gemein­den zu einem gern gele­se­nen Autor. Pre­di­ger in vie­len Län­dern und Spra­chen nut­zen dank­bar sei­ne Kom­men­ta­re zur gan­zen Bibel. Als ich in mei­ner Jugend­zeit sein Buch „Wah­re Jün­ger­schaft“ las, pack­te es mich wie vie­le ande­re, und hat einen blei­ben­den Ein­druck hin­ter­las­sen. Seit­dem grei­fe ich ger­ne zu fast jedem sei­ner über 80 Bücher, sobald es auf dem hie­si­gen Markt erscheint. Unver­ges­sen ist für mich auch sein Ein­satz für die Glaub­wür­dig­keit der Bibel, der beson­ders im Buch „Ist die Bibel Wahr­heit?“ sicht­bar wird.

Es ist zu bedau­ern, dass Wil­liam Mac­Do­nald kein Tage­buch geführt hat, und es kei­ne Auto­bio­gra­fie gibt. Ger­ne hät­te ich mehr aus sei­nem Leben erfah­ren und bin des­halb dank­bar, dass jetzt die­ser dün­ne Band erschie­nen ist, der auf zwei Vor­trä­gen von Mac­Do­nald basiert. Es ist ein flüch­ti­ger, kur­zer Abriss über sein Leben und wie Gott ihn geführt hat – vom Bank­an­ge­stell­ten zum Pre­di­ger und Bibel­leh­rer.

Wie der Herr mich führ­te, Wil­liam Mac­Do­nald, gebun­den, 128 Sei­ten, CLV, Bie­le­feld, 5,90 EUR

Tipp: 1 Die Nacht im Wald/2 Das gestohlene Geld

Reihe: Gott hat alle Kinder lieb

Der beson­ders für Kin­der­bü­cher bekann­te Samen­korn-Ver­lag hat mit den bei­den Hef­ten Die Nacht im Wald (1) und Das gestoh­le­ne Geld (2) eine neue Heft­rei­he begon­nen. In der Rei­he Gott hat alle Kin­der lieb geht es in jedem Heft um ein Kind aus einem ande­ren Land.

Die ers­ten bei­den Hef­te erzäh­len über die Län­der Ukrai­ner und Kenia und bestehen aus einem Sach­teil und einer Geschich­te. Im Sach­teil ler­nen die jun­gen Leser (ab 6) und Vor­le­ser das Land ken­nen. Wo es liegt, wel­che Tie­re und Pflan­zen vor­kom­men, wel­che Spra­chen gespro­chen wer­den und wel­che Volks­grup­pen dort leben. Typi­sches Essen und ein Rezept wer­den vor­ge­stellt und sogar Kin­der­spie­le. Auch Sit­ten, Tra­di­tio­nen und typi­sche Namen der Län­der feh­len nicht. Zuletzt erfah­ren die Kin­der von den größ­ten Pro­ble­men im Land und wor­an die Men­schen dort glau­ben.

Die zwei­te Hälf­te besteht aus einer span­nen­den Geschich­te über ein Mäd­chen oder einen Jun­gen aus dem betrach­te­ten Land und endet mit eini­gen kon­kre­ten Gebets­an­lie­gen zum Land. Die Hef­te sind mit Fotos und lie­be­vol­len Zeich­nun­gen gestal­tet und eig­nen sich sehr gut, um Kin­der aus einer christ­li­chen Per­spek­ti­ve mit den Län­dern der Welt ver­traut zu machen.

1 Die Nacht im Wald/2 Das gestoh­le­ne Geld, Rei­he Gott hat alle Kin­der lieb, 42 — 50 Sei­ten, Samen­korn, Stein­ha­gen

Tipp: Hiobs Botschaft

Ein hochwertiger Geschenk- & Leseband, Kommentar & Exkurs-Sammlung

Es haben sich bis­her nicht vie­le dar­an gewagt, einen Bibel­kom­men­tar in Form eines Bild­ban­des zu schrei­ben. Alex­an­der vom Stein ist vie­len schöp­fungs­in­ter­es­sier­ten Lesern als Autor von „Crea­tio“ und „Schöpfer:Hand:Werk“ bekannt und hat mit dem Buch „Hiobs Bot­schaft“ ein ein­ma­li­ges Werk ver­öf­fent­licht.

Es besteht im Wesent­li­chen aus drei gleich gro­ßen Tei­len und beginnt mit einem Über­blick über die wich­tigs­ten Schwer­punk­te und The­men des Buches Hiob: „Das ältes­te Buch der Bibel“, „Das Leid der Gerech­ten“ und „Was zeigt die Schöp­fung von Gott“ sind nur drei davon.

Im 2. Teil befasst der Autor sich mit den ent­schei­den­den letz­ten Kapi­teln 38 bis 41 und legt die­se aus. Im 3. Exkurs-Teil geht der Autor span­nen­den Fra­gen und The­men nach, die beim auf­merk­sa­men Lesen des Buches Hiob auf­tau­chen: „Wie groß ist Schöp­fung?“, „„Stein­zeit ist jeder­zeit““, „Gibt es eine „Höher­ent­wick­lung“?“. Hier wer­den „Aus­sa­gen des Buches Hiob mit der Ent­wick­lungs­ge­schich­te der Men­schen und dem Erkennt­nis­stand der moder­nen Wis­sen­schaft zusam­men­ge­bracht“.

Das Buch ist bebil­dert und lädt durch die vie­len Gra­fi­ken, Tabel­len und unge­wöhn­li­chen Fra­gen und Ant­wor­ten zum Schmö­kern ein.

„Hiobs Bot­schaft“ befasst sich nicht nur mit einem ganz beson­de­ren Bibel­buch, son­dern ist durch sei­nen Auf­bau ein ganz beson­de­rer Bibel­kom­men­tar, der für jeden Chris­ten eine Berei­che­rung sein kann. Das Buch ist im Dani­el-Ver­lag erschie­nen, hat 224 Sei­ten und kos­tet 16,95 EUR.

„Was in meinem Haus klassisches Latein ist, bestimme ich“

Friedrich Dürrenmatt in Drama und Roman

Dür­ren­matt ist ein Schrift­stel­ler, der es mir in der Schul­zeit beson­ders ange­tan hat. Der Roman „Der Rich­ter und sein Hen­ker“ und die Komö­di­en „Die Phy­si­ker“ und „Der Besuch der alten Dame“ waren Pflicht­lek­tü­re. Im Ver­gleich zu Schil­ler schnitt Dür­ren­matt bei uns Schü­lern deut­lich bes­ser ab. Ich war damals so ange­tan von Dür­ren­matt, dass ich fast sein voll­stän­di­ges Werk durch­ge­ar­bei­tet habe. Die­ses gibt es übri­gens für wenig Geld zu erwer­ben oder in so gut wie jeder Biblio­thek (selbst in der Biblio­thek unse­rer tech­ni­schen Hoch­schu­le fand man die­se). Den­noch schlich sich mir mehr­fach der Ver­dacht auf, dass man gezielt die „kon­ser­va­ti­ve­ren“ Wer­ke Dür­ren­matts nicht in die Schul­lek­tü­re auf­nahm, wie die­ser kur­ze Über­blick zei­gen soll:

Prosa:

  • „Der Rich­ter und sein Hen­ker„‘ erzählt die Geschich­te von Kri­mi­nal­kom­mis­sar Bär­lach, der einen bis­her stän­dig davon gekom­me­nen Ver­bre­cher nicht anders zur Stre­cke brin­gen kann, als durch eine kom­pli­ziert Intri­ge. Gerech­tig­keit scheint sich auf lega­lem Wege nicht durch­set­zen zu kön­nen
  • Was vie­le nicht wis­sen ist, dass Komis­sar Bär­lach einen wei­te­ren Fall löst. (Ich hät­te es mir gewünscht, dass die Leh­rer­schaft wenigs­tens mit einem Satz dar­auf auf­merk­sam gemacht hät­te). In „Der Ver­dacht“ geht es um die Ent­lar­vung eines KZ-Arz­tes. Sicher­lich weni­ger tief­sin­nig als der ers­te Teil, dafür näher an der Rea­li­tät (zumin­dest der Nach­kriegs­zeit).
  • The­ma­tisch reiht sich der Roman „Das Ver­spre­chen“ an. Sehr sen­si­bel bespricht Dür­ren­matt das The­ma des Kin­des­miss­brauchs. Auch hier kommt ein Komis­sar nur „falsch ermit­telnd“ zum „rich­ti­gen Ergeb­nis“. An der sehr sehens­wer­ten Ver­fil­mung „Es geschah am hell­lich­ten Tage“ war Dür­ren­matt eben­falls betei­ligt.
  • Ich den­ke, in „Die Pan­ne“ wird Schuld uns Süh­ne, Ver­bre­chen und Stra­fe am tief­grün­digs­ten bespro­chen. Ein all­zu durch­schnitt­li­cher Ver­tre­ter kommt vor ein Gal­gen­ge­richt. Bereits auf den ers­ten Sei­ten erahnt man das tra­gi­sche Ende
  • In den spä­te­ren Jah­ren wird Dür­ren­matts Werk bizar­rer, was „Im Auf­trag oder Vom Beob­ach­ten des Beob­ach­ters der Beob­ach­ter“ beweist. 24 Kapi­tel: Jedes nur einen Spa­get­ti-Satz lang.
  • Schließ­lich muss noch das „Durch­ein­an­der­tal“ erwähnt wer­den. Vie­le Strän­ge füh­ren in ein klei­nes Schwei­zer Dorf. Doch die Idyl­le täuscht. Ein rie­si­ges Hotel benutzt der schmie­ri­ge Pre­di­ger „Moses Mel­ker“ (welch Iro­nie) dazu, den Rei­chen die­ser Welt die Armut zu zei­gen. Im Win­ter jedoch dient das Hotel als Ver­steck für ein Ver­bre­cher­syn­di­kat. Als ein 14jähriges Mäd­chen ver­ge­wal­tigt wird, sucht man nicht das Nahe lie­gen­de, son­dern ver­mu­tet lie­ber eine sowje­ti­sche Inva­si­on. So viel Cha­os kann natür­lich nur in einer schlimmst mög­li­chen Wen­dung enden.

Wei­ter­le­sen

Ein aufrichtiger Zweifler

Eine Predigt von Fritz Binde

Bei der Glau­bens­stim­me fand ich die­se Pre­digt Fritz Bin­des zu Joh 1,43 – 51, der ers­ten Begeg­nung Jesu mit sei­nen spä­te­ren Jün­gern Phil­ip­pus und Natha­na­el.

Mit der Über­schrift hat Bin­de bereits sein Anlie­gen die­ser Pre­digt umris­sen: Die Wand­lung des Natha­na­el vom Zwei­fel zum Glau­ben. Bin­de arbei­tet gut den inne­ren Kon­flikt Natha­na­els her­aus, der ja durch­aus auf „Argu­men­ten“ baut:

Sei­ne Zwei­fel sind ihm nie wert­vol­ler Besitz, des­sen er sich freut und rühmt. Nim­mer­mehr schei­nen sie ihm Ziel sei­nes Den­kens und Suchens, son­dern immer nur bedau­er­li­ches Hin­der­nis auf dem Wege (Kind­le Posi­ti­on 69)

Nein, nein, der auf­rich­ti­ge Zweif­ler zwei­felt nicht, um zu zwei­feln! Es geht ihm nicht um sei­ne Zwei­fel, son­dern um die zu fin­den­de Wahr­heit! (87)

Und kühl ant­wor­tet der auf­rich­ti­ge Zweif­ler Natha­na­el: „Was kann von Naza­reth Gutes kom­men?“ Mag sein, daß Natha­na­el damit sagen woll­te: „Was kann aus solch einem ver­bor­ge­nen, klei­nen Nest kom­men?“ Siche­rer aber ist, daß er kühl in Schrift­nüch­tern­heit mein­te: „Naza­reth besitzt kei­ne Ver­hei­ßung, uns den Mes­si­as zu brin­gen!“ Die­ser Ein­wand war völ­lig berech­tigt, die­ser Zwei­fel biblisch begrün­det. Naza­reth wird im Alten Tes­ta­ment nicht ein­mal dem Namen nach erwähnt, wie viel weni­ger als Geburts- oder Hei­mats­ort des Mes­si­as genannt. Natha­na­el hat­te also vol­len bibli­schen Grund, einen Jesus, Sohn Josephs von Naza­reth, als angeb­lich gefun­de­nen Mes­si­as abzu­leh­nen. (89)

Frei­mü­tig und doch irrig hat­te Phil­ip­pus von Jesus gezeugt, und frei­mü­tig und doch irrend hat­te Natha­na­el die Kun­de von Jesus bezwei­felt. (104) Wei­ter­le­sen

Der scharlachrote Buchstabe

Der amerikanische Epos zur Schuldfrage

In der Zeit der Grün­der­vä­ter wird die Ehe­bre­che­rin Hes­ter Pryn­ne dazu ver­ur­teilt inmit­ten von Puri­ta­nern sich ein rotes A (wahr­schein­lich für Adulte­ry o.Ä = Ehe­bruch ) auf die Brust zu nähen. Bei der Ver­ur­tei­lung mur­meln eini­ge älte­re Damen auch was von Todes­stra­fe, wäh­rend der blei­che Pfar­rer Arthur Dim­mes­da­le den Ver­hör lei­tet. Hes­ter ver­wei­gert es, den Namen des betei­lig­ten Parts zu nen­nen, doch dem Leser wird schon bald klar, dass es nie­mand ande­res ist, als der Pfar­rer selbst, der hier eine Schuld ver­schweigt. Auch eine kla­re­re Pre­digt über sei­ne Sün­de als eine Art anony­me Beich­te führt zu kei­ner Gewis­sen­s­er­leich­te­rung. Bald kehrt der bis dahin als ver­schol­len gegol­te­ne Ehe­mann Hes­ter Pryn­nes, ein Arzt zurück und erkennt schon bald im Pfar­rer den Ehe­bre­cher. Das nützt er genüss­lich aus, um mit vie­len Tricks den Pfar­rer in den nahen Wahn­sinn zu trei­ben. Schließ­lich aber in der größ­ten See­len­not ringt sich Dim­mes­da­le zu einem öffent­li­chen Bekennt­nis durch und bekennt sei­ne Schuld, wor­auf er end­lich in Ruhe ster­ben kann. Roger Chil­ling­worth, der Ehe­mann Hes­ters hat nun kei­nen Lebens­zweck mehr und stirbt nach einem Jahr.

Die­se Erzäh­lung von Natha­ni­el Haw­thor­ne hat mich schon immer fas­zi­niert! Nun bin ich aber zudem auf ein Werk von Leland Ryken gesto­ßen, mit wel­chem er Klas­si­ker nach Pfar­rern und Pas­to­ren durch­sucht und ana­ly­siert, natür­lich ging er nicht an die­sem Meis­ter­werk Haw­thor­nes vor­bei. Er weißt dar­auf hin, dass der Autor zwei Welt­bil­der auf­ein­an­der pral­len lässt, die roman­ti­sche und die christ­li­che! Zunächst pro­fi­tiert Hes­ter Pryn­ne deut­lich in ihrer Gunst, doch das Fina­le zeigt, dass es bes­ser ist, Sün­de auf­zu­de­cken und zu beken­nen. Hät­te ich doch die­se Hin­wei­se Rykens bereits beim Lesen des Buches gehabt.

(Sät­ze in Fett auch auf deutsch)

Sünde aufdecken oder zudecken?

„The initi­al sins of adulte­ry and cover-up are what set the ent­i­re steam­rol­ler of evil into moti­on. In kee­ping with Hawthorne’s stra­te­gy of set­ting the roman­tic and Chris­ti­an world­views in com­pe­ti­ti­on, throug­hout the first half of the sto­ry Hes­ter is a sym­pa­thetic foil (con­trast) to the minister’s weak­ness. As bad as the sins of sexu­al indul­gence, moral cowar­di­ce, and aban­don­ment of a per­se­cu­t­ed woman are, as the sto­ry unfolds, hypo­cri­sy emer­ges as Rev. Dimmesdale’s most inten­se­ly felt sin. As the pre­acher makes vei­led hints of his sexu­al sin in his ser­mons, his parishio­ners idea­li­ze him even more for what seems to be extre­me pie­ty. In a sum­ma­ry state­ment, we read, “It is incon­ceiva­ble, the ago­ny with which this public vene­ra­ti­on tor­tu­red him” (chap. 6). The con­trast bet­ween Hes­ter and Dim­mes­da­le is pri­ma­ri­ly the con­trast bet­ween con­fes­sed sin and con­cea­led sin, and the main­spring of the book is the fact and effects of hid­den sin in a minis­ter who appears to be an exem­pla­ry Chris­ti­an.“

Der Unter­schied zwi­schen Hes­ter und Dim­mes­da­le ist vor allem der Unter­schied zwi­schen bekann­ter und ver­bor­ge­ner Sün­de, und der Antrieb des Buches ist die Tat­sa­che und die Wir­kung der ver­bor­ge­nen Sün­de in einem Minis­ter, der als vor­bild­li­cher Christ erscheint.

Sünde wirkt süß, ist aber tödlich

„The subt­le evil influ­ence in the minister’s life is Hes­ter. In the midd­le of the book, when Hes­ter and Dim­mes­da­le meet in the forest, Hes­ter pro­po­ses that she and Dim­mes­da­le run away from the vil­la­ge that torments them. This is the enthro­ne­ment of roman­tic impul­se, choo­sing escape from socie­ty rather than con­fes­si­on of sin to God. For all her affec­tio­na­te loyal­ty to Dim­mes­da­le, Hester’s pro­po­sal rep­res­ents a temp­tati­on to aban­don moral duty and God. The nar­ra­tor edi­to­ria­li­zes this ang­le when he asserts, “Temp­ted by a dream of hap­pi­ness,” Dim­mes­da­le “had yiel­ded him­s­elf with deli­be­ra­te choice . . . to what he knew was dead­ly sin. And the infec­tious poi­son of that sin had been thus rapidly dif­fu­sed throug­hout his moral sys­tem” (chap. 20). On the ver­ge of recei­ving God’s for­gi­veness, Dim­mes­da­le asks Hes­ter, “Is not this bet­ter than what we drea­med of in the forest?” (chap. 23). And Hes­ter, roman­tic spo­kes­per­son to the last, replies, “I know not.”“

Der Erzäh­ler edi­tiert die­sen Blick­win­kel, als er deut­lich macht, „Dim­mes­da­le ist von einem Traum des Glücks in Ver­su­chung geführt“ und habe sich mit einer bewuss­ten Ent­schei­dung  für das ent­schie­den… von dem er wuss­te, dass es tod­brin­gen­de Sün­de ist. Und das anste­cken­de Gift die­ser Sün­de hat­te sich so schnell in sei­nem gesam­ten mora­li­schen Sys­tem ver­brei­tet.

Satan verführt um zu verklagen

„Roger Chil­ling­worth, Hester’s hus­band who lives with Dim­mes­da­le and osten­si­b­ly ser­ves as his doc­tor, rather quick­ly comes to the con­clu­si­on that Dim­mes­da­le was the sexu­al part­ner of his wife. The­reu­pon Chil­ling­worth sys­te­ma­ti­cal­ly fans the fla­mes of Dimmesdale’s guil­ty con­sci­ence. In the cli­mac­tic con­fes­si­on sce­ne, as Dim­mes­da­le recei­ves God’s for­gi­veness, Chil­ling­worth repeated­ly mut­ters, “Thou hast escaped me.” In the last chap­ter of the book, we learn that once Chillingworth’s oppor­tu­ni­ty for reven­ge was taken from him, he died wit­hin a year, depri­ved of his rea­son for living.“

Chil­ling­worth mur­melt stän­dig: „Du bist mir ent­kom­men.“ Im letz­ten Kapi­tel des Buches erfah­ren wir, dass Chil­ling­worth, nach­dem ihm die Gele­gen­heit zur Rache genom­men wor­den war, sei­nes Lebens­grun­des beraubt, nach einem Jahr ver­starb.

Übri­gens: der von Haw­thor­ne beschrie­be­ne Brauch mit dem schar­lach­ro­ten Buch­sta­ben hat kei­ne his­to­ri­sche Grund­la­ge. Ober­fläch­lich betrach­tet wirkt, das Werk wie eine Abrech­nung mit dem Puri­ta­nis­mus, Ryken deckt die tie­fe­re Bot­schaft auf. Ob das auch den heu­ti­gen moder­nen Lesern gelingt?